Masamune - Schöpfungsgeschichte
Die Schöpfung der Welt:
Urodan war Allvater. Der Vater allen Seins, bei dem alles
beginnt und alles endet. In den großen Hallen des Universums war er, mit seinen
vielen Kindern. Er gab ihnen viele Namen und nannte sie Vanen und Novanen. Die
hohen Götter. Die Vanen waren seine erstenKinder und die Novanen kamen nach
ihnen in Urodans ewige Hallen.
Urodan nun, der immer war und immer sein wird, erschuf
viele Dinge. Kleine und gewaltige, helle und finstere, welche er in seinen unendlichen
Hallen verteilte und diese damit schmückte. In der Mitte seiner größten Halle,
erschuf er einstmals etwas, das er Welt nannte. Zwischen Feuer und Eis, Steinen
und Wasser, schuf er ein Gleichgewicht in ihrer Mitte und nannte es Midgard.
Das Feuer aber nannte er Süd, das Eis Nord, die riesigen Steine Ost und das
Wasser nannte er West. Seine Kinder, die Vanen und Novanen, bewunderten die
Welt und es war bald nichts anderes mehr in ihren Sinnen. Jedem gefiel ein
anderes Ding in ihr am meisten. Urodan hatte gewusst, dass sie so empfinden
würden und er hatte schon bei seinem Entwurf vorgehabt, seinen Kindern diese
Welt zu schenken. So schenkte er sie ihnen. Er tat es mit gutem Willen, doch er
ermahnte sie auch, denn sie sollten die Welt beherrschen, was bedeutete, ihre
Beschützer zu sein. Jeder solle das Ding beschützen, das er am meisten liebte.
Er solle darüber Herr sein und dürfe es nach seinem Geschick ändern. Doch solle
keiner Herr über ein anderes seiner Kinder sein. Jeder hatte ihm aufmerksam zugehört
und jeder hatte sich längst sein geliebtes Ding erwählt. So betraten sie einen
Regenbogen, auf der Gischt des Wassers ‚West’ und stiegen auf Midgard hinab.
Hass und Neid entstehen:
Einer war da, unter den jüngeren Göttern – den Novanen –
dem Urodan den Namen Raenke gegeben hatte. Er besaß die Gabe der Schöpfung, die
neben ihm nur ein zweiter Gott besaß.
Raenke nun und Mithárdur, ein anderer Novane – Brüder also
- begehrten beide die Herrschaft über das Gewölbe, das Urodan den Himmel
nannte. Mithárdur hatte den Himmel vor ihm für sich entdeckt und dort bereits
sein Haus errichtet. Auf mehrere Bitten hin, ihm sein Eigen nicht streitig zu
machen, vergriff Raenke sich im Ton gegen seinen Bruder und war nicht zu
überzeugen. Ein erster Streit entflammte und Mithárdur stieß Raenke schließlich
von seiner Burg ‚Silberhallen’ über den Wolken.
Raenke fiel ins Wasser ‚West’ und er fand, das Wasser sah
gleich dem Himmel aus, der sich in diesem spiegelte. Raenke wollte seine
Herrschaft verkünden, doch ihm war längst jemand zuvor gekommen. Oegir, ein
Vane, der sich bereits vor ihm Herr des Wassers nannte. Er stieß Raenke an
Land, als er auch mit ihm Stritt.
Nun empfand Raenke ein neues Gefühl, das vor ihm kein Gott
je gekannt hatte: Neid!
Enttäuscht suchte Raenke vergeblich ein Ding in der Neuen
Welt, das sein eigen sein konnte und bald kam, weil er durch sein habgieriges
Wesen mit Kampf zurückgewiesen wurde, das Gefühl ‚Hass’ hinzu. Raenke ward nun
zwiegespalten in seinem Inneren. In ihm herrschten Neid und Hass und er
ernannte sich Herr über diese Empfindungen. Glücklich war er damit nicht, denn
er wollte lieber über ein Ding herrschen, das Urodan ihnen geschenkt hatte.
Raenke versuchte seither immer wieder seinen Brüdern und
Schwestern diese Dinge streitig zu machen und bald ward der Krieg dadurch
erfunden. Auch darüber war Raenke nun der Herr.
Yngves Kinder:
In Midgard lebten viele Wesen, wie Tiere und Pflanzen und
vieles mehr. Urodan hatte seinen Kindern die Gabe mit auf den Weg gegeben,
Dinge zu ändern und neu erschaffen zu können. So bekamen manche Tiere, wie
Vögel und Pferde Flügel verliehen. Raenke erschuf das Drachengeschlecht und
diese begannen, zu Raenkes Genugtuung, alles zu verwüsten.
Da zerspaltete sich der Novane Mithárdur und aus seiner
einen Hälfte wurde ein Silberner Drache, der Raenkes Drachen Einhalt gebieten
konnte. Dieser Drache wurde König der Drachen und Behemoth genannt.
Yngve - ein Vane, ein älteres Kind Urodans, der Herr der
Schöpfung auf Midgard - entsann bald eigene Kinder. Er hielt sie fern von
Midgard, in dem Raenke oft verheerend wütete, denn seine Kinder waren
zerbrechlicher als die Götter. Sie waren so schön wie Yngve selbst. Eine
Schöpfung beanspruchte viel Zeit und so waren seine Kinder das einzige, das er
erschaffen hatte. Er errichtete ein eigenes Reich, außerhalb Midgards, auf dem
Wasser ‚West’.
Viele Jahre waren Yngves Kinder - die Alben genannt - vor
Raenke geheim geblieben und sie verbrachten eine frohe und friedliche Zeit in
Yngves Reich, Ljossalfheim.
Die Svartalfen:
Es vergingen einige hundert Jahre und Yngves Reich blühte,
während Midgard verkam. Doch Raenke bemerkte bald das Licht, das vom Wasser kam
und er schwamm als Otter bis an das leuchtende Ljossalfheim heran. Er sah die
schönen Alben und hasste sie vom ersten Anblick an. Sein Neid kannte längst
keine Grenzen mehr.
Wieder in Midgard, konnte Raenke an nichts anderes mehr
denken, und zwiegespalten wie er war, wusste er bald nicht mehr, ob er Yngve
für seine Schöpfung beneidete, oder ob er sie hasste. Raenke entsann eine Schöpfung,
welche mit den Alben im Missklang stand, und er gab seinen Kreaturen den Namen
Svartalfen. Diese waren hässlich, dunkel, groß und stark und hassten das Licht.
Raenke schickte sie mit Schiffen unter schwarzen Segeln
nach Ljossalfheim und die Svartalfen vielen über die Alben her. Das schöne Land
wurde finster. Yngve und Vanadis - Yngves liebste Schwester - vertrieben
schließlich das Gesindel. Nur Raenke selbst entkam ihnen, wenn auch schwer
verwundet. Daher zog er sich vorerst nach Midgard zurück, um seine Heere zu
verstärken. So herrschte einige Jahre wieder Frieden, der jedoch von einer
ständigen Bedrohung überschattet war.
Trotz ihres Sieges waren schon viele der Alben, Raenkes
Geschöpfen zum Opfer gefallen. Vanadis, die kämpferische Göttin der Künste, war
sehr erbost über Raenke und da sie gesehen hatte, dass die Alben sich nicht
wehren konnten, lehrte sie ihnen das schmieden und das kämpfen. Die Alben waren
nicht so grob und kräftig wie die Svartalfen, doch ihre Geschicklichkeit und
ihre Geschwindigkeit glichen ihren Nachteil wieder aus. So waren die Alben kein
kriegerisches Volk, doch sie wussten sich sehrwohl zu verteidigen.
Von den anderen Wesen:
Da Raenke nun aber zwiegespalten war, gab es auch unter
seinen Svartalfen eine Aufteilung. Einige waren kleiner geraten und ihnen stand
nicht so sehr der Sinn nach Kriegen. Diese Kreaturen zogen sich noch vor dem
Überfall auf die Alben, von Raenkes Seite zurück. Sie versteckten sich in
Bergen und nannten sich bald selbst die Dverge.
Raenke erschuf in seinem Wahn noch weitere Geschöpfe und
für jedes Ding brauchte er 100 Jahre. Er nannte sie alle samt die Dämonen. Er
erschuf Steinriesen, die das Reich Ost bewohnten. Riesige Wölfe, die er die
Fenris nannte und flammende Geschöpfe im Erdinneren, unter Ginungagap -
seinem Heim - erschuf er, die er die Ifrits nannte.
Während Raenke sich weiter gegen seine Geschwister
rüstete, waren diese fortwährend damit beschäftigt, seine Schäden zu lindern.
Voller Verzweiflung verließen viele Midgard und wohnten mit Yngve und den Alben
in Ljossalfheim.
Bald entdeckte Vanadis die Dverge und sie fand, dass sie
sehr geschickt waren im bearbeiten von Metall und Gestein. Sie schloss
Freundschaft mit ihnen und machte sie auch mit den Alben bekannt. Alben und
Dverge, waren bald gut Freund miteinander und sie lernten jeder voneinander.
Die Schmiedung der Masamune:
Midgard war schon lange nicht mehr so wie es war, als die
Götter es zum ersten Male gesehen hatten. Viel wurde verändert und noch viel
mehr zerstört.
Raenke verbarg sich in den finsteren Tiefen von Ginungagap
und befehligte von dort aus seine Dämonen, um seinen Brüdern und Schwestern ihr
Schaffen zu erschweren. Raenke selbst war nur noch selten an Midgards
Oberfläche gekommen und oft hatte er seine Gestalt dabei gewechselt, denn er
fürchtete trotz all seiner Schergen, noch immer seine Geschwister.
Nichts konnten die Novanen und Vanen gegen Raenkes Dämonen
ausrichten (mit Ausnahme seiner Svartalfen), denn diese waren wie Raenke
unsterblich, und würde man sie zerschmettern, würden bald neue aus ihren Resten
entstehen. Doch die Götter entsannen eine Schneide, mit der sie jeden Dämon und
jeden Gott vernichtend schlagen konnten. Die Götter selbst schmiedeten diese
Waffe. Sie sollte zwei Klingen haben. Eine Klinge fertigten die Novanen, die
andere die Vanen. Alle Götter segneten diese Klingen und all ihre Hoffnung
floss in sie hinein. Masamune ward erschaffen, geschmiedet von den hohen
Göttern, deren Geschick in ihr vereint war.
Die Schlacht vom Ende und Anfang der Welt:
Als Masamunes Macht aufgegangen war, ritten die Götter von
Mithárdurs hohem Sitz aus, auf den geflügelten Rössern hinab auf die Dämonen
Raenkes. Sie waren gerüstet für den Krieg, den sie begannen und Mithárdur wurde
die Ehre zu Teil, Masamune zu führen, denn sie entsprang seiner Idee.
Die Erde bebte unter den Hufen der Rösser. Die Schwerter
rissen den Boden auf. Das Land war in Dämmerung gehüllt, als der Staub des
Krieges die Sonne verdunkelte. Wen die Götter mit ihren Schwertern erschlugen,
dem versetzte Mithárdur einen letzten Hieb mit der Masamune, um ihn endgültig
zu vernichten. Es war eine schwere Aufgabe, denn sie durften keinen übersehen.
So dauerten die Kämpfe viele Jahre, doch von den Göttern
starb keiner, denn ihre Feinde hatten nur gewöhnliche Waffen. Doch verlor jeder
ein Bein, ein Auge oder einen Arm.
In Raenkes verborgene Behausung drangen sie schließlich
ein und sie fanden den ärgsten Feind am tiefsten Ort, auf grob gehauenem Thron.
Raenke fuhr von seinem Sitz auf und verwandelte sich in einen gewaltigen Lindwurm.
Die Götter versuchten ihn zu überwältigen, doch bis Mithárdur kam, konnten sie
nicht viel tun. Sie hieben auf den Lindwurm ein, dass die Höhlengänge
erzitterten, als Raenke sich wand und sich wieder und wieder aufbäumte.
Schließlich stieß auch Mithárdur zu ihnen hinab. Raenke setzte ihm schwer zu,
doch am Ende vernichtete er seinen Bruder mit der mächtigen Masamune.
Raenke wurde entseelt und verschwand. Dies war das Ende
seiner Schreckensherrschaft.
Die Götter verlassen Midgard:
Hoch von Mithárdurs Burg Silberhallen aus, erkannten die
Götter nun, dass ihr Midgard durch ihren Krieg durcheinander geraten war. Staub
hing in der Luft. Die Welt hatte sich gekrümmt und Nord, Süd, Ost und West
waren miteinander vermischt worden und es herrschte Chaos.
Yngve beklagte den Verlust seiner Alben, denn viele irrten
nun umher in der verwüsteten Welt. Sie waren dort gewesen, im Kampf gegen die
sterblichen Svartalfen und nun fanden sie nicht mehr zurück nach Ljossalfheim,
denn sie erkannten die Welt nicht wieder. Yngve konnte seine Alben seinerseits
nicht wieder finden, denn alles war so wirr.
Schweren Herzens kehrten die Götter in Urodans Hallen
zurück. Urodan nickte nur, als er ihre Geschichte hörte und wies ihnen einen
neuen Platz zu.
Nahe Midgards war nun ihr neues Reich. Durch ein langes,
breites Band von Midgard getrennt. Urodan hatte dieses Band geschaffen und es
Midgardschlange genannt. Nur Yngve blieb noch am Rande der Welt Midgard und
wartete dort, mit seinem nun abdriftenden Reich Ljossalfheim, auf seine geliebten
Kinder. Er hoffte, dass sie bald zu ihm zurück finden würden.
Die neuen Götter und Bewohner Midgards:
Die Tiere und Pflanzen von Midgard und auch die verlorenen
Alben und die Dverge erholten sich bald von dem Chaos. Sie versuchten die Welt
ein wenig zu heilen. Nach langer Zeit sah die Welt wieder ein wenig lebendig
aus und Urodans Licht schien wieder durch den Staub zu Boden.
Viele wundersame Dinge geschahen nun, welche Urodan selbst
Steuerte. Er gab den toten Resten der Götter, den Armen und Beinen, neues Leben
und es wurden neue Götter daraus, mit neuen Namen, doch mit der selben Güte,
wie sie die Novanen und Vanen besaßen. Sie waren das dritte Göttergeschlecht.
Nur Mithárdur hatte kein Fleisch hinterlassen. Sein Sitz im Himmel blieb leer.
Der Himmel war nun ein Mysterium und hatte seinen eigenen Willen. Jeden Tag
hatte er eine neue Farbe.
Urodan säte neue Wesen auf seiner Welt, die er Menschen
nannte und die Menschen nannten die Welt nun ‚Erde’. Er schuf sie, denn die
verbliebenen waren wenige geworden, und diese schafften den Wiederaufbau kaum
allein. Die Menschen hatten einen ausgeprägten Willen. Sie versuchten alles
nach ihrem Willen zu gestalten. Jedoch beklagten sie sich über den Himmel, denn
er machte sie verrückt. Da entdeckte Urodan an einem Finsteren Ort, den
vergessenen Arm eines seiner geliebten Novanen. Mithárdur und alle anderen
Götter, hatten ihn bei Raenkes Überwältigung übersehen. Er hauchte dem Arm
Leben ein und ein strahlender Gott entsprang aus diesem. Dem neuen Gott gab
Urodan den Namen Kajade. Kajade fuhr in den Himmel hinauf und war fortan König
auf der Burg Silberhallen. Seither war der Himmel wieder Blau, denn Kajade
wollte alles hell und strahlend haben und das Blau bewirkte dies am ehesten.
Urodan hatte nicht vergessen, dass es der Arm des Raenke war, doch es war der
letzte Teil der von seinen Göttern noch verblieben war. So gab er Raenkes
verdorbenem Fleisch eine zweite Chance.
Die Herkunft der zwei Weisen Männer:
Urodan hatte aus den Armen und Beinen die neuen Götter geschaffen.
Jedoch hatten zwei der älteren Götter außerdem noch ein Auge verloren. Urodan
konnte aus diesen keine Götter erschaffen, denn sie waren kein Fleisch. Da
entsann er neue, mächtige Wesen. Nicht so mächtig wie die Götter selbst, doch
mit ihrer Weisheit und mächtiger als die Alben, doch ohne deren Schönheit. Lang
sollten sie leben, doch nicht ewig wie die Götter. Die Menschen nannten diese
die ‚Zauberer’ oder die ‚Weisen’. Die Weisen waren mysteriös, denn sie zeigten
sich nur selten und lebten abgeschieden von den Städten. Urodan gab auch ihnen
Namen: Tuledin und Ramuh.
Die Verblendung durch Kajade:
Kajade war eine leuchtende Erscheinung und wurde sehr von
den anderen Göttern geliebt. Im inneren seiner glanzvollen Erscheinung aber,
wurde es von Mal zu Mal finstrer. Er selbst konnte sich den Ursprung dieser
Gefühle nicht erklären, denn er wusste nicht von wem er abstammte.
In Kajades Herzen wuchs immer stärker die Gier nach mehr
Macht. Kajade wünschte sich, der Herr über allen Dingen in dieser Welt zu sein,
doch noch waren diese Wünsche geheim und er konnte sie niederhalten.
Langsam begann er seine Freunde zu verblenden. Er beschwor
ihnen, sie würden durch seine Macht, selbst noch mächtiger werden. Und Kajade
knüpfte Intrigen und viele fielen auf ihn herein. Er belog und betrog sie alle
und selbst mit den Dämonen trieb er sein intrigantes Spiel. Er versprach ihnen
vieles, was er nie einhalten würde.
Masamune geht an die Alben:
Zur selben Zeit, als Kajades Schatten aufkam, tauchte eine
seltsame, verhüllte Gestalt unter den Alben in einem Wald auf. Die Alben
fürchteten sich vor ihm, doch der Fremde blieb ruhig in ihrem Kreise stehen. Er
legte ein seltsames, glänzendes Schwert zu seinen Füssen nieder.
„Höret ihr Alben! Ihr Kinder Yngves!“, rief er feierlich, „dies
ist das Schwert, das euch einst von Raenkes Herrschaft erlöste. Mithárdur hat
es ersonnen, die Novanen und Vanen geschmiedet und gesegnet wurde es von den
Göttern einst. Ich lege es in eure Hände, denn ihr seid ein Volk von Vertrauen.
Möget ihr es beschützen und geheim halten, bis der Tag kommt, an dem es erneut
Gebrauch finden soll. Masamune ist mächtig und verleit Macht. Vertraut sie
niemandem an".
Und er verschwand und hinterließ das Schwert am Waldboden
liegend. Niemand wusste wer der Mann war, noch wo er herkam, doch sie schenkten
seiner Ehrfurcht gebietenden Stimme Achtung.
Der mysteriöse Fremde - er war Mithárdur selbst gewesen.
Die Götter hatten ihn mit dem Schwert geschickt, denn sie hatten längst
erkannt, dass Raenkes Geist in Kajade erwacht war.
Urodan selbst aber hatte den alten Göttern verwehrt, sich
in den Lauf der Dinge auf der Erde einzumischen. So beschlossen sie, dieses
Geschenk den Alben zu überreichen.
Über die Prophezeiung:
Eine Göttin die sich nicht dem Kajade verschrieben hatte und
die Zukunft sehen konnte, machte bald eine Prophezeiung. Sie - ihr Name war
Leasame - prophezeite den beiden Weisen und erwählten Göttern, durch Masamune
und mit Hilfe eines unbeachteten Volkes, den Sphinx, die Erlösung der Welt.
Einer der Weisen, Tuledin nämlich, ließ sich bald darauf ebenfalls von Kajade
Blenden. Er verriet seinem neuen Herrn die Prophezeiung, welche nicht für
dessen Ohren bestimmt war. Tuledin hielt seine Vorhaben geschickt geheim und
niemand ahnte von seinem Verrat.
Nagarasis Feuerberg:
Kajade hatte über das Sphinxen-Volk gelacht. Sie sollen
verantwortlich für seinen Fall werden?
Er beauftragte eine Dämonin damit, die Sphinx im Auge zu
behalten. Sollte sie mit denen tun, wie ihr beliebte. Auch sandte er
Druden-Vögel aus, um die Sphinx zu bespitzeln, damit er von dem Versteck der
Masamune erfahren konnte. Er begehrte längst die Macht dieser Waffe, aber
fürchtete sie auch in der Hand seiner Feinde.
Die Dämonin Nagarasi - eine riesige, feuerliebende Frau -
errichtete einen Vulkan, mit dem sie das Tal der Sphinx verschloss, um sie
somit besser im Auge behalten zu können.
Die Sphinx ahnten von all den Dingen nichts und sie
wussten auch nicht viel über die Götter. Niemand im Sphinx-Tal verstand ihre
Verbannung. Zu der Zeit, als Nagarasi den Vulkan erschuf, konnten einige der
Sphinx noch fliehen. Sie versteckten sich unter den Menschen und blieben
zumeist unbeachtet.
Was noch zu sagen bleibt:
Von Raenkes vielen Geschöpfen waren nur noch wenige
geblieben, da die Götter sie zielstrebig ausgerottet hatten. So blieb noch
einer seiner Ifrits unter der Erde am leben. Ein Fenris-Wolf durchstreifte noch
immer die dunklen Wälder und einige seiner Drachen waren noch da. (Es gab noch
einige mehr Dämonen, welche ich hier nicht alle aufzählen möchte.) Raenkes
Svartalfen aber, hatten die selbe Gabe wie die Alben - sich zu mehren. Von
ihrer Anzahl wurde es stetig mehr.
Die Dverge schwanden langsam, doch keiner wusste weshalb.
Viele Alben segelten auf die Meere hinaus und eines Tages
kamen von ihnen frohe Botschaften zu den verlorenen Alben, denn sie hatten
Ljossalfheim wiedergefunden. Den Alben viel die Entscheidung nun schwer wo sie
bleiben sollten, denn sie hatten ihre neue Welt in ihr Herz geschlossen. Doch
sie vermissten ihre alte Heimat sehr und sie waren hin und her gerissen - bis
auf jene, welche auf Midgard geboren wurden und Ljossalfheim niemals zuvor
sahen. Doch Yngve begann sie zu rufen und seine Rufe rührten auch IHRE Herzen
und viele folgten ihm. Yngves Reich würde - von Urodan gesteuert – am Beginn
des neuen Zeitalters, hinter den Schleiern der Welt verschwinden. Unauffindbar,
im neuen Reich der ersten zwei Göttergeschlechter.
Das neue Zeitalter solle mit der Geburt des Erlösers
beginnen, so prophezeite die hohe Göttin der Weisheit, Leasame. Sie prophezeite
es als das Menschenzeitalter.
Wie wir schon gemerkt haben, scheint auch Leasame nicht
unfehlbar zu sein. Sie sagte nie ein Wort über Tuledins Verrat und weihte den
Verräter gar noch ein, in das Geheimnis der Masamune. Doch die weise Göttin
wusste sehr wohl, was Tuledin im Schilde führte. Alles was sie verriet, oder
für sich behielt, war Teil zur Erfüllung ihrer Prophezeiung. Ich betone:
Leasame weiß wirklich alles und sie kennt die gesamte Zukunft der Welt. Kommt
jemand zu ihr, um sie nach der Zukunft zu befragen, so wird sie nie etwas
Preisgeben, denn es ist allein für sie bestimmt und sie würde sich in den Lauf
der Welt niemals einmischen.