Maki Masamune
Baby Taurus
Alles war grün und verschwommen. Seltsame durchsichtige Kugeln stiegen empor. Eine Hand bewegte sich vor Sagittarius Augen. Sie ballte sich zur Faust. War das seine Hand? Sagittarius hatte Mühe seine schläfrigen Lieder offen zu hallten. Er sah eine Gestallt unmittelbar vor sich stehen, sie sah seltsam entstellt aus, als währe sie in die Länge gezogen wurden.
Dr. Neils betätigte einen Schalter an einem großen Tank Am hinteren Teil des Tanks öffnete sich eine Schleuse und Sagittarius wurde mit dem gesamten Inhalt des Tanks in ein Becken gespült. „30 Stunden warst du da drinnen, langsam solltest du wieder zu Kräften kommen.“ Sprach Dr. Neils. Die Flüssigkeit in dem Tank diente nämlich zur schnelleren Regenerierung. Sagittarius stützte sich auf einem Knie ab und sah an sich hinunter. Er war, bis auf sein glänzendes Fell, nackt. Voll Staunen tastete er über seine ausgeprägten Bauchmuskeln, dann seine Brustmuskeln. Sie wahren Stahlhart. Noch viel härter und dicker, als zuvor. Sagittarius sah zu Dr. Neils auf, der am Becken stand. „Was haben Sie mit mir gemacht?“ Neils lächelte selbstgefällig und antwortete: „Du bist nicht länger nur ein Wesen aus Fleisch und Blut, du bist viel mehr als das.“ Sagittarius versuchte aufzustehen, doch er schaffte es aus irgendeinem Grund nicht. „Was haben Sie mit mir gemacht?“ Fragte er eindringlicher. „Kein grund zur Sorge. Dein Körper muß sich noch an die Erneuerungen gewöhnen.“ Ein Greifarm zog den verblüfften Taurier in die Höhe und beförderte ihn auf eine Liege mit einem Deckel. Der Deckel schloß sich und nur sein Kopf lugte darunter hervor. Dr. Neils drehte einen Bildschirm zu ihm hin. „Jetzt wirst du sehen was ich aus dir gemacht habe.“ Sagittarius sah auf dem Bildschirm eine Durchleuchtung seines Körpers. Was er da sah war nicht, was man normalerweise im inneren eines Körpers erwartete. Es sah mehr nach dem Inneren eines Roboters aus. Sagittarius war sprachlos und schockiert zugleich. Dr. Neils wies auf eine Wand, an der lauter solcher Mechanischer Innenleben hingen. „Ich habe lange darauf gewartet, ein perfektes Wesen wie dich zu finden. Menschen kamen mit dieser Last nicht zurecht, aber du bist einzigartig. Wenn du gut unter meinen Anweisungen funktionierst, werde ich dich vervielfältigen. Ein tropfen Blut von dir genügt.“ Der Deckel öffnete sich wieder. Dr. Neils betrachtete Sagittarius Körper eine Weile, dann sagte er: „Perfekt. Wir sollten dich einkleiden.“ Sagittarius biß wütend die Zähne zusammen und ballte die Fäuste, daß sie bluteten. „ICH BINN NICHT IHR SPIELZEUG.“ Dann brüllte er: „Sie können mich nicht kontrollieren!“ Neils schüttelte den Kopf und grinste. „Du has gar keine andere Wahl. Deine Mechanischen Teile reagieren geradezu allergisch gegen wiederstreben meiner Befehle. Mit anderen Worten, wiedersetzen kann für dich sehr schmerzhaft werden.“ Sagittarius stand von der Liege auf. Es ging nun schon viel besser, er konnte wenigstens stehen. Neils reichte ihm Kleidung. „Hier zieh das an.“ Sagittarius wollte nicht glauben, womit Dr. Neils gedroht hatte. Grinsend sagte er: „Warum sollte ich anziehen, was sie mir vorschreiben.“ Augenblicklich verspürte er einen Schub von Schmerzen durch seinen ganzen Körper rasen. Als würde eine Lock über ihn rollen. Sagittarius konnte nicht standhalten und schrie und wand sich auf dem Boden. In dem Moment, wo er sich wünschte er hätte sich nicht wiedersetzt, waren die Schmerzen weg. „Mein erster Befehl an dich...“ Sagittarius blieb benommen am Boden liegen. „Du wirst mich achten, und mir nichts antun.“ Sagittarius wünschte sich er währe taub.
Maki war zu Besuch bei Paya, in ihrem neuen Haus. Einen Tag zuvor waren sie auch das sechste Taurier-Kind an eine Sphinx-Familie losgeworden. Paya hielt das siebte in ihrem Arm. „Ich habe ihn Cuja genannt.“ Erklärte sie. Sie saßen vor dem Haus auf einer Bank, in der Sonne. „Das ist aber ein seltsamer Name.“ Meinte Maki ganz ehrlich. „Also ich finde ihn schön. Ist mir doch egal was du denkst.“ Sie kitzelte den kleinen Taurier und er lachte freudig. Maki war nachdenklich und Paya bemerkte dies: „Worüber denkst du nach?“ „Das Labor.“ Antwortete er. „Ich werde das Gefühl nicht los, daß wir etwas wichtiges übersehen haben.“ „Was soll das denn sein? Wir haben die Babies gerettet, den Computer zerstört und die Tanks sind auch kaputt. Außerdem sind die Taurier alle tot und Dr. Neils auch.“ „Genau das ist es. Wir haben nirgends seine Leiche gesehen und ich bin sicher sein Labor hat noch mehr Räume, als wir gesehen haben. Ich könnte wetten, irgend etwas stimmt nicht.“ „Glaubst du der Doktor lebt noch?“ „Ich weiß nicht, was es ist.“ „Wenn es dir solche Kopfschmerzen bereitet, dann geh doch noch mal nachsehen. Du kannst gerne mein Motorrad benutzen.“ „Danke!“ Maki sprang sofort auf und nahm ihr Motorrad zur Hand. Er schob es durch den Garten und verschwand hinterm Haus. Payas Mutter kam mit einem Tablett zu Paya in den Garten. „Nanu, ist Maki schon wieder weg? Ich habe extra Kekse für ihn gebacken.“ „Er kommt sicher gleich wieder.“ Mrs. Tame hob den kleinen Cuja hoch und alberte ein wenig mit ihm herum. Es machte ihr nichts aus, das Findelkind in ihrer Familie zu haben.
Maki saß auf dem Motorrad und rollte die Einfahrt zur Straße hinauf. Er gab immer wieder mit den Füssen Annschwung. „Paya konnte viel schneller damit fahren, wie macht sie das nur?“ Maki lehnte das Motorrad gegen die Hauswand und holte seine Pegasusfedern hervor. Sie waren ziemlich kaputt. „So bin ich viel schneller. Ob die noch funktionieren?“ Maki legte sie an und lief los. Ja, sie funktionierten noch. Trotzdem waren sie alt.
Maki landete vor dem Eingang der Höhle, in der das Labor war. Er ging durch den Gang bis in die Halle. Jemand schien aufgeräumt zu haben. Die Halle war absolut leer. Es gab keine Türen, bis auf einer Metallplatte am Boden. Maki untersuchte sie. Es war keine Tür, aber darunter schien etwas zu sein. Maki entdeckte einen Spalt und spähte hindurch. Er erkannte ein riesiges Gerät, welches vorher in der Halle gestanden hatte. Es war Dr. Neils Computer und er arbeitete wieder. Dr. Neils persönlich, mußte ihn repariert haben. Maki zerrte an der Platte und versuchte sie anzuheben, doch sie war fest verankert.
„Ich hoffe, das hier ist Bestrafung und Erniedrigung genug für dich, stolzes Wesen. Du und deine Brüder, ihr habt Arbeit von vier Jahren, binnen Minuten zerstört!“ Sagte Dr. Neils etwas erbost. Sagittarius schüttelte verkrampft den Kopf, er hatte Angst etwas falsches zu sagen, Angst vor den Schmerzen. „Dr. ... Neils...“ Stammelte Sagittarius. „Daran ist nur dieser Halbgott schuld, währe er nicht aufgekreuzt, hätten wir ihre Erfindung weise genutzt. Er zerstörte ihr Labor.“ „Ach ja...“ Neils schmunzelte. „Dieser Maki. Er währe jetzt alt genug gewesen, meiner Erfindung, wie du, zu dienen, aber er ist mir immer durch die Lappen gegangen. Er ist schwer aufzutreiben.“ Sagittarius wunderte sich. „Sie kennen ihn?“ „Natürlich, ich beobachte ihn schon seit einiger Zeit. Er ist Übermenschlich.“ Dr. Neils dachte einen Moment nach und sah Sagittarius an, als suche er in ihm eine Antwort. „Geh und bring ihn mir hier her. Lebend.“ Befahl er dann.
Nach einer Stunde war Maki zurück. Er fand den kleinen Cuja ganz alleine im Vorgarten herumkrabbeln. Maki nahm ihn auf den Arm. „Na kleiner Mann, wo ist denn deine Mama. Onkel Maki sucht mal deine Mama.“ Mit Cuja im Arm ging Maki ins Haus. Als er in der Küche war erschrak Paya und umarmte das Baby. „Cuja, deine Mama hat sich Sorgen gemacht, wo warst du denn.“ „Er ist vorm Haus herumgekrabbelt.“ Antwortete Maki. Paya konnte sich das kaum erklären. Er mußte selbstständig aus dem Bett und durch die Tür gekrabbelt sein. „Das wird ein ganz außergewöhnliches Kind.“ Meinte Maki dazu.
Eine ganze zeit lungerte Sagittarius vor dem Haus der Tames herum. Er beobachtete Maki, Paya und das Baby durch ein kleines Küchenfenster. Es war dunkel geworden. Sagittarius mußte tun, was Neils ihm befohlen hatte. Es gefiel ihm nicht. Er haßte Maki zwar, da er sein Erzfeind war, aber daß er es nun für jemand anderen tun sollte und ihn nicht töten durfte, das war gegen seinen Stolz. Womöglich würde Dr. Neils Maki gar zu einem Werkzeug machen, genau wie ihn. Dann müßte er mit Maki auch noch zusammenarbeiten. Diese Gedanken verursachten ihm wieder Schmerzen, da er sich weigerte. Sagittarius klopfte an die Tür. „Da hat wohl jemand die Klingel nicht gefunden.“ Paya ging mit Cuja im Arm zur Haustür und öffnete. Sie schrie auf und taumelte rücklings gegen die Wand des Flures. „Sagi... Sagittarius.“ Stammelte sie. Maki kam zu ihnen geeilt. Als er Sagittarius sah, zog er sofort seine Masamune aus dem Stiefelband. Er hatte sie immer bei sich. Sagittarius blieb ruhig stehen und Maki hielt inne. Jetzt erst bemerkte er, daß Sagittarius Cuja im Arm hielt. „Was willst du hier!“ Rief Maki aufgebracht. Sagittarius drehte ihm den Rücken zu und ging ein Stück in den Vorgarten hinaus. „Ich möchte, daß du mir folgst. Aber halt Abstand von mir, sonst kann ich für das Leben des Kleinen nicht garantieren.“ Paya klammerte sich schluchzend an Makis Arm fest. „Bitte Maki, tu doch etwas, er ist noch ein Baby, bitte.“ Maki nickte zu ihr und sagte ganz leise: „Keine Angst, ich bringe ihn unbeschadet zurück, das verspräche ich dir.“ Maki schloß die Tür hinter sich und folgte Sagittarius und Cuja durch die Nacht. „So etwas feiges, ein Baby als Geisel zu nehmen, dazu noch das Kind deines Bruders.“ Sagittarius Antwortete nicht und ging unbeirrt weiter. Sie gelangten in das Gebirge und waren schon auf dem Pfad zum Labor, da blieb Sagittarius plötzlich stehen. Er stand eine ganze Weile stumm da. „Was ist denn jetzt?!“ Rief Maki ihm zu. Sagittarius setzte Cuja auf den Boden und er krabbelte auf Maki zu. Sagittarius fühlte wieder die Schmerzen, aber noch waren sie erträglich. Maki sah, daß er zusammenzuckte. „Ich brauche deine Hilfe.“ Sagte Sagittarius endlich. Maki hob Cuja hoch und wartete darauf, was Sagittarius ihm sagen wollte. Sagittarius begann unter Schmerzen zu erzählen was in der Zwischenzeit vorgefallen war. Es war schrecklich und er tat Maki fast leid. Dieser Dr. Neils war wahrscheinlich noch gefährlicher als eine Bedrohung durch die Taurier. „Wenn Neils dich mit Schmerzen kontrolliert, solltest du dich besser aus allem raushalten, um nicht noch schlimmer zu leiden. Ich werde mich allein um den Dr. kümmern.“ Die Schmerzen hatten Sagittarius in die Knie gezwungen und er kauerte auf allen Vieren am Boden. „Danke.“ Ächzte er. „Ich werde warten und auf euer Baby aufpassen. Ist dir das recht?“ Maki nickte einmal kurz und machte sich allein auf den Weg zum Labor.
Sagittarius setzte Cuja auf seinen Schoß und streichelte seine Ärmchen. Cujas kleiner Schwanz wedelte hin und her und seine großen Augen schienen die Umgebung genau zu beobachten. „Du bist ein aufgeweckter kleiner Kerl, aber ob du dich als echter Taurier bewährst?“ Sagittarius kreuzte seine Hände vor Cujas Brust. Cuja sah ihn aufmerksam an und seine Augen blitzten auf als Sagittarius die Verwandlungsgeste vorführte. „Ein echter Taurier.“ Freute sich Sagittarius als er das Augenblitzen sah. Dieses kluge Baby versuchte sogleich seine Geste nachzuahmen. Seine Klugheit war sicher ein Erbe der Sphinx.
Als Maki wieder in der leeren Halle war, war die Metallplatte verschwunden. Sie war jetzt am Boden des Raumes darunter. Ach so war das, es war eine Art Fahrstuhl. Maki sprang hinunter und landete vor dem Computer. Er war teilweise ziemlich ramponiert, funktionierte aber noch. An den Wänden hingen leblose metallene Kreaturen und in einer Ecke stand ein achter Tank. Er war leer. Maki ging zum Tank und holte mit Masamune aus um ihn zu zerschlagen, doch eine Stimme hielt ihn ab. „Du bist gekommen, endlich!“ Maki drehte sich um und sah Dr. Neils nun zum ersten Mal. Er wirkte gar nicht so gefährlich. Ein wenig unterernährt und ergraut. „Wo ist Sagittarius?“ Fragte Neils sogleich. „Der kommt nicht mehr, Sie haben ihm Angst gemacht.“ „Erzähl keinen Unsinn, er wird kommen müssen.“ „Wegen der Schmerzen meinen Sie? Sagittarius wartet nur ein wenig länger. Das ist noch lange kein wiedersetzen.“ Neils grinste, obwohl er überrascht wirkte. „So, dieser Hund hat dir also alles erzählt. Und nun willst du ihm helfen. Wie nett, wo er dich doch so haßt.“ Das war Maki egal, Dr. Neils hatte lange nicht das Recht jemanden anderem solche Schmerzen zuzufügen und über sein Leben zu bestimmen. Egal wer das Opfer war. Maki war auch nicht darauf aus, Sagittarius Freundschaft zu gewinnen. Plötzlich wurde Maki von einer großen Zange erfaßt und in die Höhe gehoben. Maki versuchte sich von den Greifarmen zu befreien, doch vergebens. „Lassen Sie mich runter!“ Brüllte Maki und Neils lachte: „Ich werde aus dir das gleiche machen, wie aus diesem Taurier. Du wirst ein perfektes Werkzeug zur Macht!“ Ein Wesen wie Sagittarius? Mit Kabeln, statt Adern und Titan, statt Knochen? Eine schreckliche Vorstellung. Maki wand sich, um sich zu befreien, nichts half.
Sagittarius nahm Cuja und ging ebenfalls zum Labor. Er mußte doch irgendwie helfen können. Sagittarius war sich bewußt, daß es für ihn unmöglich war, Dr. Neils zu stoppen, wegen des Befehls. Er konnte sich auch nicht mehr verwandeln, seine mechanischen Teile würden das nicht mitmachen, aber er hatte eine andere Idee, vielleicht die letzte Chance. Sagittarius erreichte den Fahrstuhl und fuhr mit ihm hinunter. Er sah sogleich, daß Maki hilflos gefangen war und Neils die Oberhand über ihn hatte. „Nun liegt es also an dir.“ Sagte Sagittarius leise zu Cuja. Er setzte den kleinen auf den Boden und kreuzte seine Hände vor dessen Brust. „Rasende Wut des Stieres.“ Sprach er ruhig und eindringlich. Cuja war plötzlich wie erstarrt und Sagittarius sah das Leuchten in seinen Augen. Es umgab langsam seinen ganzen Körper. Sagittarius war sichtlich zufrieden, die Verwandlung schien zu funktionieren. Bevor Cuja zu einer wilden Bestie wurde, mußte Sagittarius den Raum verlassen. Denn ein Stier, war ein Stier und der greift alles an, was sich bewegt, egal wer es ist. Sagittarius betrat die Plattform und fuhr wieder nach oben, in Sicherheit. Ob es wirklich geklappt hatte? Sagittarius spähte durch den Spalt des Fahrstuhls und sah Cuja, noch immer am Boden hocken.
Cuja hatte Neils Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. „Sieh mal einer an, da ist ja noch ein Taurier. Komm her Baby.“ Er kam auf Cuja zu, er blieb stehen und wunderte sich: „Nanu, ein Schwanz?“ Sagittarius bekam einen Schweißausbruch. Wann verwandelte Cuja sich endlich? Dr. Neils kam noch näher.
„Du bist ein Taurier, verwandle dich, Baby.“ Zischte Sagittarius dem Baby zu.
Cuja stellte sich auf alle Viere. An seiner Stelle erschien ein Stier, ein wunderschöner Goldbrauner, mächtiger Stier. Dr. Neils wich erschrocken zurück. „Was für eine Kraft, diese Babys sind fantastisch!“ Rief er euphorisch. Sofort kam ihm der Gedanke die Babys zusammenzusuchen um sie in neue Wachstumstanks zu stecken. Sicher werden sie später genauso Stark wie Sagittarius und besitzen seine magischen Kräfte. Er machte einen vorsichtigen Schritt auf den schnaubenden Stier zu. „Ganz ruhig mein Schöner, ich tue dir nichts.“ Sprach er dem Tier zu.
„So ein Idiot.“ Sagte Sagittarius zu sich selbst. „Ein Taurischer Stier ist nicht zu bändigen.“
Der Stier starrte Dr. Neils an. Dr. Neils kam noch näher, er konnte ihn fast berühren.
„Töte ihn!“ Zischte Sagittarius durch den Spalt.
Der goldbraune Stier machte einen Satz nach vorne und rammte Dr. Neils. Mit ihm, zwischen den Hörnern, rannte der Stier auf eine Konsole zu und rammte seine Hörner hinein. Dr. Neils wurde zwischen Stierschädel und Konsole gequetscht. Er war sofort tot. Der Stier ließ von Neils ab und sah sich wütend schnaubend im Labor um, er konnte niemanden mehr sehen und beruhigte sich langsam wieder. Cuja verwandelte sich in ein Baby zurück und Sagittarius fuhr sofort mit dem Fahrstuhl nach unten zurück. Er nahm Cuja wieder in den Arm und Maki, der noch immer in der Zange eingeklemmt war, freute sich. „Erzähl bloß Paya nichts davon, daß Cuja so wütend werden kann!“ Rief Maki ihm zu. Sagittarius ließ Maki mit Hilfe einer Fernbedienung wieder runter, aber er löste nicht die Greifarme, die ihn hielten. Er ging zu Maki hin und sah ihn mißvergnügt an. „Ich hasse dich, ich werde dich immer hassen…“ Sagittarius schwieg kurz und starrte ihn nur an, dann fügte er hinzu: „Ich habe meinen Spaß gehabt. Wenn ihr mir das Raumschiff reparieren könnt, werde ich einfach verschwinden.“ „Und wohin wenn ich fragen darf? Du hast alles verloren.“ „Ich werde wohl nach Orion zurück kehren Ich hasse diesen Planeten aber sein Volk erwartet seinen König.“ Er grinste gaunerhaft und Maki antwortete: „Du bist das größte Arschloch des Universums.“ „Deal?“ Maki senkte den Kopf. „Abgemacht, ich hoffe nur ich muß dich nie wieder sehen.“ Sagittarius betätigte die Fernbedienung, so daß Maki wieder frei war. Er drückte ihm Cuja in den Arm und verließ mit den beiden das Labor. Mit seiner Magie steckte Sagittarius das Labor in brand. „Man kann nie sicher genug gehen.“ Meinte er.
Sagittarius lag nur faul in der Sonne rum, trank Limonade und sah bei der Reparatur zu. „Du könntest auch mal helfen, schließlich ist es dein Schiff.“ Zischte Maki ihn an. Sagittarius gähnte und reckte sich. „Ihr wollt mich doch los werden. So war nun mal die Abmachung. Andererseits...“ Sagittarius sah sich seine geballte Faust an. „Ich frage mich, ob du es immer noch mit mir aufnehmen kannst?“ „Dein Schiff ist bald fertig, dann sehe ich dich hoffentlich nie wieder.“ Lenkte Maki ab. „Keine Sorge, du weißt, daß ich dir überlegen bin, du würdest mich nur langweilen. Ich werde mir andere Gegner suchen, das Universum ist groß.“ „Mach was du willst.“
Maki ging zurück zum Schiff und sah Paya bei ihrer Arbeit zu, nach einer Weile fragte sie: „Was ist? Du siehst so besorgt aus.“ „Es ist wegen Sagittarius, er prahlt immer noch so rum. Ich hoffe nur, daß wir ihn nun wirklich bald für immer los sind.“ „Ich habe mir da schon so meine Gedanken gemacht.“ Meinte Paya etwas leiser und sah vorsichtig nach, ob Sagittarius noch in seiner Liege lag. Dann bat sie Maki einzusteigen und schloß das Cockpit. „Also hör zu. Ich habe mir überlegt ob wir Sagittarius eine Bombe an Bord installieren sollten. Was hältst du davon? Wir könnten sie an einem Zünder koppeln und wenn er eine bestimmte Entfernung erreicht hat dann…“ „Das ist hinterhältig, so etwas mache ich nicht.“ „Na und!“ Brüllte Paya plötzlich los. „Er ist genauso hinterhältig, das geschieht ihm recht!“ Maki legte seinen Finger an den Mund und Paya sagte etwas ruhiger. „Du mußt es ja auch nicht machen, aber ich.“ „Nein Paya, so etwas traue ich dir auch nicht zu.“ Paya fing an zu weinen und jammerte: „Du hast recht, ich weiß ja sowieso nicht, wo ich so eine Bombe her nehmen soll. So ein verdammter Mist auch.“ „Ist schon gut, es war trotzdem eine gute Idee, nur das zählt.“ „Aber ich habe Angst. Angst wenn er weg ist, daß er dann jeden Moment wieder vor meiner Tür stehen kann und ich habe Angst um Cuja. Ich habe das Gefühl, er will ihn am liebsten mitnehmen. Hast du gesehen wie er ihn ansieht, er liebt dieses Baby.“ „So etwas würde ich nie zulassen, OK?“ Maki stieg wieder aus und ging zu Cuja und Sagittarius. Es stimmte, er beobachtete Cuja mit Entzücken. Maki nahm Cuja aus seinem Laufstall. „Keine Bange, ich werde ihn schon nicht mitnehmen.“ Meinte Sagittarius plötzlich. Beinahe hätte Maki ihn gefragt, ob er sie belauscht hatte, aber das war wohl nur Zufall.
Nach weiteren zwei Tagen, waren die Reparaturen abgeschlossen und der Testlauf, gut bestanden. Am Morgen des fünften Tages hieß es dann Abschiednehmen, endlich. Kiyoshi hatte sich auf die Erde begeben, um sich davon zu vergewissern, daß Sagittarius nun wirklich ging. Alle standen im Garten vor dem Schiff, als Sagittarius es betrat. „Ich fühle mich so hilflos.“ Sagte Kiyoshi. „Was wird aus den Bewohnern des Orion werden? Ich wünschte wir könnten ihn aufhalten.“ „Es wird schon alles gut.“ Antwortete Paya ihm. Sie wirkte sehr zuversichtlich und schaukelte Cuja in ihrem Arm. „Ihr seid solche Trottel!“ Lachte Sagittarius. Er salutierte und meinte mit einem bösen Grinsen: „Man sieht sich.“ Die Einstiegsluke schloß sich hinter ihm und Sagittarius startete den Motor. Der Antrieb wirbelte eine große Staubwolke auf und die Verabschiedenden drehten sich schützend um. Das Schiff hob ab. Es schwebte schnurstracks gen Himmel empor. Maki, Paya und Kiyoshi sahen ihm nach, wie es sich den Wolken näherte. Paya drückte das schreiende Baby fester und sagte zu ihm: „Keine Angst Cuja, deine Mama hat nicht versagt.“ In diesem Moment erleuchtete eine Explosion den Himmel. Als der Blitz vorüber war, konnte man kleine glühende Fezen zur Erde rieseln sehen. Das Raumschiff war verschwunden. „Ups.“ Meinte Paya ganz ruhig. „Ich habe wohl etwas falsch angeschlossen.“ „War das etwa eine Bombe?“ Wollte Maki wissen und sie schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich, aber der Effekt ist der selbe. Ich habe nur die Schaltkreise etwas Sabotiert.“ Kiyoshi war sprachlos, das Mädchen konnte also auch ganz andere Seiten aufziehen, das hätte er ihr nie zugetraut. Die vielen Abenteuer mit Maki hatten sie wohl mittlerweile etwas abgestumpft. Es war ihr ja auch nicht übel zu nehmen, nachdem, was Sagittarius sich alles geleistet hatte. Er ließ sich einfach nicht bekehren.