Maki Masamune

                               Pandoras Büchse

 

Masamune hing über einem kleinen Kamin in Makis Häuschen. Wahrscheinlich würde er sie nie wieder einsetzen müssen. Zumindest hoffte Maki es. Er war froh darüber, daß nun endlich alles in der Welt der Götter so war wie es sein sollte. Maki fragte sich, wer nun der neue König des Himmels war. Wurde ein neuer Gott erschaffen, oder mußte jemand seine alte Rolle aufgeben?

Maki ging schon früh zum Wasser holen, an den Fluß, in der Nähe, im Wald. Es würde wohl noch etwas dauern bis es einen Wasseranschluß im Haus gab.

 

Am Fluss, stand eine seltsame Gestallt, die ihm zulächelte als er näher kam. Ein junger Mann mit einem goldenen Ring um sein Haupt. War er ein göttliches Wesen? Maki versuchte ihn zu ignorieren und tauchte seinen Eimer in den Fluß. Er spürte die unendliche Güte, welche von dem Geschöpf ausging. Er mußte ein Gott sein. Obwohl, bis auf die Krone, sah er nicht besonders bedeutsam aus. „Du bist Maki. Ich habe schon viel von dir gehört.“ Sagte seine unendlich gütige Stimme. Maki sah das Geschöpf an. „Was willst du von mir. Du stehst doch nicht nur zufällig hier rum.“ Ahm...“ Das göttliche Geschöpf sah jetzt etwas verwirrt aus. „Weist du denn nicht, dass man Götter mit Ihr anspricht?“ „Aber du bist doch nur zu...“ Maki hielt den Daumen hoch. „...Einst?“ „OK, schon gut, vergiß es.“ Sprach das Geschöpf verlegen. „Und, weißt du nicht, daß man sich zuerst vorstellt. Woher soll ich wissen, dass du ein Gott bist.“ Das Geschöpf sah immer verlegener aus. Maki dachte schon er würde gleich vor ihm auf die Knie fallen. „Verzeih mir. Ich bin Kiyoshi, König des Himmels.“ „WAS!“ Maki plumpste vor Schreck ins Wasser und kam wieder heraus gekrochen. „Du bist der neue König?“ Maki ging um ihn herum und musterte ihn. „Du siehst so jung aus.“ „Ich bin zwei Monate alt.“  „WAS!“ Maki währe beinahe wieder ins Wasser gefallen. „Ich wurde von den Göttern, für meine Rolle erschaffen. Ich bin unsterblich und altere nicht.“ Erklärte Kiyoshi. Sein friedlicher Gesichtsausdruck wurde ernster. „Maki, es geschieht etwas auf der Erde.“ „Ach ja?“ „Ich weiß noch nicht was es ist, aber ich habe ein sehr ungutes Gefühl.“ Maki stand da und sah den jungen König erwartungsvoll an. „Ich bitte dich, komm mit in den Himmelspalast und hör dir an, was die Göttin der Weisheit dir darüber sagen kann.“ „Hm, scheint ja wichtig zu sein, wenn der König persönlich hier her kommt.“ Grübelte Maki. „Gut, dann las uns gehen.“ „Nein, warte, ich möchte, dass du Masamune mit dir nimmst.“ „Ist es so schlimm?“ „Das weiß ich noch nicht. Aber tue es bitte.“ Maki holte Masamune und reiste dann mit Kiyoshi auf dem Drachen Bahamut zum Himmelspalast.

„Kiyoshi ist ein guter König.“ Sprach Leasame, als Maki bei ihr im Thronsaal war. „Er spürte die bösen Mächte, noch bevor ich von ihnen wusste.“ „Und? Was ist es denn jetzt?“ Maki klopfte nervös mit Masamune auf den Fußboden. „Nicht einmal ich, konnte es bis jetzt heraus finden.“

Maki stand mit Kiyoshi am Rande der Plattform. Kiyoshi sah abwesend und blass aus. Dass er mir jetzt bloß nicht ohnmächtig wird und runter fällt, dachte Maki. Kiyoshi zuckte seufzend zusammen und starrte auf die Wolkendecke. „Es bewegt sich. Es bewegt sich unterirdisch, direkt auf Anaami-City zu. Es muss riesig sein!“ „Was? Was ist es?!“ „Eine Bestie, geschaffen aus dem, was in der Büchse der Pandora war.“ Sprach Leasame, als sie zu ihnen an den Rand der Plattform trat. „Einst sperrte ein Gott, einen großen Teil des Leides und des Hasses den es gab, in ein Kästchen, so wurde für ein Gleichgewicht zwischen Gutem und Schlechtem gesorgt. Es gab einst zu viel Schlechtes unter den Menschen, das einzig Gute, das in dieses Kästchen gesperrt wurde, war die Hoffnung. Zu viel Hoffnung schafft Verantwortungslosigkeit.“ Kiyoshis Stimme zitterte als er sagte: „Aber das da unten ist kein Lebewesen, es wächst, aber es hat keine Form.“ Maki wunderte sich, er konnte von dort oben überhaupt nichts sehen und schon gar nicht unter der Erde. Versteh einer diese Götter, sie haben teilweise wirklich unglaubliche Fähigkeiten. Kiyoshi zuckte abermals zusammen. „Oh nein, das glaube ich nicht. Es zieht einfach so, Häuser in den Untergrund.“ „Kiyoshi, Kiyoshi!“ Maki zog am Ärmel des Königs und trat ungeduldig von einem Bein aufs andere.  „Was ist mit meiner Familie, Paya und ihren Eltern. Könnt ihr dieses Panda...ora Viech nicht aufhalten?“ „Für diese Zwecke wurde einst die Masamune geschaffen. Alle Götter stellten ihre Fähigkeiten zur Verfügung um sie in Jahrelanger Arbeit zu schmieden.“ Erklärte Leasame. Der aufgeregte Maki hielt Masamune hoch. „Dann gehe ich jetzt und erledige Panda… und hole meine Freunde!“ Maki sprang auf den Leib der Kosmischen Schlange. Er überhörte das Flehen und die Warnungen, die Kiyoshi und Leasame ihm noch nach riefen. Er konnte doch nicht da stehen und warten bis alles, was er liebte vom Erdboden verschwunden war. Ohne seine Freundin Paya, benötigte Maki nur fünf Stunden um die Erde zu erreichen. Er lief so schnell es nur ging. Wenn er Zuhause war, sollte er daran denken, seine Pegasusfedern zu holen, mit denen er quer über den Himmel laufen konnte. Unten in der Wüste, traf er auf Bahamut. Bahamut liebte dieses öde Land und war dort immer wieder anzutreffen. „Brauchst du mal wieder meine Hilfe?“ Maki nickte außer Atem. „Jetzt hab ich aber genug.“ Brummte der Drache. „Solltest du mich noch mal brauchen...“ Er gab Maki eine Blechpfeife. „...Dann ruf mich einfach mit der Pfeife.“ „Danke Bahamut. Ich muß schnell nach Anaami-City. Bringst du mich hin?“

Bahamut flog den Jungen bis kurz vor die Stadt und Maki rannte zum Haus von Paya und ihren Eltern um sie zu warnen. Paya öffnete ihm und er stürmte hinein. „Mrs. Tame...!!“ Brüllte er. „Maki was willst du, warum schreist du so?“ „Ich hab keine Zeit es zu erklären.“ Er entwischte Paya und stürmte in die Küche. „Hallo Maki.“ Freute sich Mrs. Tame, Payas Mutter. „Ihr müßt hier weg!“ “Nein, wir unternehmen später etwas, ich muß zuerst noch das Mittag kochen, OK?“ „Aber... aber da draußen ist dieses Panda Viech, und es... es...!“ „Wie nett, daß ihr uns mit in den Zoo nehmen wollt, aber eßt doch erst mal.“ Maki wandte sich wieder an Paya. „Gleich ist es zu spät.“ Er rannte in die obere Etage und sah aus dem Fenster. Paya war ihm gefolgt. Sie sah durch das Fenster, wie sich eine riesige Staubwolke über die Stadt legte und immer näher kam. Es war absolut lautlos. „Gespenstisch. Was ist das nur?“ „Das ist Pandas Monster aus der Büchse. Es frißt die ganze Stadt auf!“ „Nun übertreib mal nicht.“ „Paya, Maki...!“ Mr. Tame erschien in der Tür, er war ganz außer Atem. „Steigt bitte schnell ins Auto. Im Radio sagten sie gerade, daß die Stadt evakuiert wird. Irgendeine Katastrophe bahnt sich im Westen an.“

Die Familie traf sich beim Wagen in der Garage. Maki weigerte sich aber einzusteigen. „Ich muß es aufhalten, fahrt ihr los.“ Mr. Tame wollte Maki gewaltsam ins Auto packen, doch Maki entwischte und rannte durchs Garagentor davon. Paya stieg auch wieder aus und schnappte sich ihr Motorrad. Mr. Tame wollte auch sie aufhalten doch er bemühte sich umsonst, Paya brauste die Einfahrt hoch und rief noch: „Sorgt euch nicht um mich. Ich passe schon auf. Seht zu daß ihr weg kommt!“ Auf der Straße holte Paya, Maki ein und er sprang hinter sie aufs Motorrad. „Wir fahren zuerst zu mir. Ich will meine Federn holen!“ Rief er.

Sie machten kurz halt, im Süd-Ende der Stadt, wo Makis Dorf war. Dort holte er die Federn aus seinem Häuschen und  forderte seine Familie dazu auf, in den Osten zu fliehen. Ein Radio schien wirklich praktisch zu sein, er sollte seinen Eltern bei der nächsten Gelegenheit eines schenken. „Jetzt ist es soweit, dieses Panda Dings, kann sich auf was gefaßt machen.“ Sprach Maki ernst, als er zurück auf Payas Motorrad stieg. „Sag mal Maki, was meinst du denn bloß immer mit Panda? Ich dachte eigentlich, daß es ein Tornado ist.“ „Aber der neue König des Himmels und die Göttin der Weisheit sagten, daß es ein Monster aus einer bösen Büchse ist. Und es verschlingt die Menschenstädte.“ „Ach, sag das doch gleich. Du meinst sicher die Büchse der Pandora.“ „Ja genau, Pandaora hieß sie.“ „Pandora#*!! Du Trottel! Mir fällt ein, das ist wieder so ein alter Mythos der sich bewahrheitet.“ Maki wurde wieder nervös. „Was ist denn jetzt, fahr los, es ist eilig.“ Paya gab Gas und sie brausten Richtung Westen, direkt auf die lautlose Staubwolke zu. Paya stoppte kurz vor der Wolke. „Das ist ja schrecklich Maki. Sieh nur es hat nichts weiter als Sand zurück gelassen.“ Sie sahen, wie ein Hochhaus im Boden versank und der Boden sich danach wieder schloß. Maki rannte zu der Stelle, wo es gestanden hatte. „Hey Monster, zeig dich, damit ich dich besiegen kann!!“ Die Erde Bebte und Maki plumpste in den Sand. Paya legte ihr Motorrad hin und hielt sich daran fest. „Hör auf damit! Maki, komm zurück!!“ Maki kroch zu Paya zurück. Das Beben wurde immer heftiger. „Sieh nur Maki!“ Maki blickte zurück. Etwas Riesiges erhob sich aus dem Grund. Man konnte nicht erkennen was es war, es änderte ständig seine Form. „Ein Geist...“ Paya viel in Ohnmacht. Das Ding sah jetzt aus wie eine wabblige Virenzelle. Man konnte direkt hindurch sehen. „Du machst alles kaputt! Stell die Häuser zurück!!“ Das Ding hatte jetzt einen Kopf, mit Augen und Mund, mit dem es sprächen konnte. „Ich bin die Krankheit und die Niedertracht der Menschheit, nichts ist wieder gut zu machen!!“ Leierte das Ding. „Gut dann eben nicht! Wer nicht hören will muß fühlen!!“ Mit weit ausgeholtem Schwert, sprang Maki in die Luft. Er hatte die Federn angelegt und konnte mit ihrer Hilfe den Kopf des Wesens erreichen. Er schlug mit aller Kraft, die Klinge auf dessen Schädel. Es Knallte. Maki hielt inne. Das Wesen rührte sich nicht. Maki starrte die Masamune in seinen Händen an. Wie war das möglich? Wie konnte Masamunes Klinge einfach zerbrechen? Das Bruchstück wirbelte durch die Luft und Maki fing es. Er kehrte zu Paya zurück und blies in die Blechpfeife, um den Drachenkönig zu rufen. Er sah, daß das Wesen in den Boden zurück kehrte und mit seiner Zerstörung fort fuhr.

Als Bahamut eintraf, hob Maki seine Freundin auf dessen Hals und stieg zu ihr. „Bahamut, zum Himmelspalast, schnell!“

Kiyoshi wartete schon auf der Plattform, vor den Drachentoren. Maki sah voller Verwunderung, daß Payas und Seine Eltern und Geschwister auch dort waren. „Ich habe gedacht, daß es hier wohl sicherer für sie sein würde.“ Erklärte Kiyoshi. Maki und Paya sprangen vom Drachen. Paya hatte sich wieder gefangen. Maki reichte dem jungen König die zerbrochene Masamune. Kiyoshi sah schockiert aus. „Aber das ist nicht möglich...“ „Ahm, hör mal Kiyoshi, ist dieses Ding überhaupt ein Dämon oder ein Gott?“ Wollte Maki wissen. „Tja, ich weiß nicht... Es hat ja nicht einmal eine Gestallt.“ „So etwas nennt man einen bösen Geist. Einen Geist kann man nicht einfach so töten, da er kein Lebewesen ist.“ Sprach die weise Leasame. Kiyoshi senkte den Kopf und sagte traurig: „Gibt es denn nichts, das wir tun können?“ „Vielleicht hat ja unser Maki eine Idee.“ Leasame lächelte als sie Maki ansah. Sie war voller Hoffnung und Glauben an Maki. Sie hätte besser Göttin der Zuversicht werden sollen. Maki versuchte ein nachdenkliches Gesicht zu machen. Aber er hatte natürlich keinen Schimmer, was zu tun war. „Ich hätte da eine Idee!“ Rief Paya plötzlich. „Dieses Ding war doch sicher mal irgendwo eingesperrt, richtig?“ Kiyoshi nickte. „Und dieses Gefäß war doch sicher Versiegelt und jemand hat es geöffnet und das Siegel gebrochen.“ „Hast du einen Plan?“ Fragte Kiyoshi. Paya erzählte weiter: „Wenn wir ein neues Siegel hätten, bräuchten wir dieses Wesen nur noch dazu zu bringen in ein Gefäß zu gehen. Und peng, das Siegel drauf.“ Kiyoshi strahlte. „Mädchen du bist ein Genie. Wie kommst du auf diese brillante Idee?“ Paya grinste. „Tja, das hab ich mal in einem Buch gelesen, Arabische Nächte hieß es.“ „Was du immer alles weist.“ Sagte Maki, aber er hörte sich nicht sehr glücklich an. Paya folgte ihm, bis sie in der Palastküche waren. Dort setzte Maki sich und begann alles Mögliche durcheinander zu essen. Paya saß ihm gegenüber und beobachtete ihn. „Du hast doch was. Sag schon und hör auf zu fressen.“ Maki sah sie an und sie forderte ihn nochmals auf: „Was ist jetzt?“ „Ich wollte eine Lösung finden und dann erzählst du so einen Blödsinn, wie soll das bitteschön gehen, willst du den Geist an die Leine nehmen?“ Paya war schockiert. So etwas zu sagen war ihm gar nicht ähnlich. „Endschuldigen Sie, wenn ich Ihren Stolz verletzt habe, Mr. Wichtig!!“ Paya riß ihren Stuhl um und stapfte wütend aus der Küche. Maki lief ihr nach. „Warte doch. Es tut mir leid!“ „Ach ehrlich?“ Paya ging unbeirrt weiter. „Wirklich. Entschuldige. Es ist nur… ich dachte es gibt vielleicht einen besseren Weg. Ich bin einfach nur wütend darüber, so machtlos zu sein. Aber ich denke wir sollten es versuchen, deine Idee ist wirklich gut.“ Paya blieb stehen. „Sagst du das auch nicht einfach nur so?“ „Nein. Stell dir vor, Annami-City gibt es jetzt nicht mehr, das macht mich noch wütender.“ Dieser Gedanke machte Paya sehr traurig, aber sie versuchte nicht daran zu denken. Sie schob ihre Angst beiseite und sagte: „Da sind wir hier im Himmel und streiten uns, ist irgendwie komisch.“

Paya war bei ihren Eltern in einer Suite des Palastes und Maki saß noch bis spät in die Nacht mit dem König und der Göttin zusammen im Speisesaal. Sie diskutierten einen Plan aus, den bösem Geist entgegen zu wirken. Jemand musste ihn dazu bringen, sich in ein Gefäß zu begeben und sie brauchten ein heiliges Siegel. Kiyoshi holte einen Satz mit kleinen Papier Karten, auf denen heilige Bannsprüche geschrieben standen. „Diese Siegel werden nur wirksam, wenn sie von göttlicher Hand verteilt werden. Ich werde diese Aufgabe freiwillig übernehmen.“ Maki hörte gar nicht zu, er war so beschäftigt damit, den Rest der abgebrochenen Klinge, vom Griff der Masamune zu entfernen. Sie war so hart, dass kein Werkzeug sie bearbeiten konnte. Kiyoshi fasste geschickt an einen geheimen Mechanismus, am goldenen Ring des Griffes und die zerbrochene Klinge fiel heraus. Maki staunte. „Danke Kiyoshi, woher wusstest du das?“ „Das haben die Götter mir vererbt. Du kannst dein Schwert auch erst einmal, mit nur einer Klinge benutzen. Wir werden dir eine neue schmieden.“   

 

Am nächsten Morgen fanden Paya und Maki den jungen König, am Rande der Plattform sitzend. Er sah sehr niedergeschlagen aus. „Was habt Ihr Kiyoshi, habt Ihr die Hoffnung schon aufgegeben?“ Fragte Paya. Sie und Maki setzten sich zu ihm. „Diese Nacht sind zwei weitere Städte verschwunden. Was sollen wir nur tun?“ Maki holte seine Blechpfeife hervor. „Ich frage mal den Drachen.“ Sagte er und blies hinein. Die Pfeife gab einen leisen, fast unhörbaren Ton von sich. Es dauerte nicht lang und Bahamut schwebte vor ihnen. Maki erklärte dem Drachen, ihren Plan und fragte ihn, wie sie den Geist in ein Gefäß bekommen können. „Hmmmmm...“ Brummte der Drache. „Wie wäre es, wenn ihr die Person fragt, die den Geist in Pandoras Büchse gesperrt hatte. Derjenige muss doch wissen, wie man Böses in ein kleines Gefäß bekommt.“ „Das ist unmöglich.“ Seufzte Kiyoshi. „Der Geist wurde vor fast 9000 Jahren versiegelt. Das sind drei Generationen von Götterkönigen, vor mir. Ich weiß nicht ob wir denjenigen finden werden und ob er sich noch daran erinnert.“ Wieder hatte Paya eine Eingebung und sie sagte laut: „Also nach einem alten Mythos hieß der Gott Zeus, der, der Pandora die Büchse, bereitete. Ich habe mich viel mit Mythologie befasst und ich bin sicher, dass das sein Name war.“ Kiyoshi schien sich an etwas zu erinnern. „Zeus… Ja! Es gab einen alten Gott, der sich Zeus nannte. Aber…“ Er ließ den Kopf hängen und sprach nicht weiter. „Lebt der etwa nicht mehr!“ Rief Paya erschrocken. „Seit 2000 Jahren hat niemand mehr etwas von ihm gehört. Es tut mir leid, aber auch die Uhr der Götter läuft irgendwann ab, spätestens nach 10 000 Jahren.“ Sprach Kiyoshi betrübt weiter. „Na dann gibt es ja noch Hoffnung.“ Brummte der Drache. Maki nickte zu Paya und sie nickte zurück, daß sie verstanden hatte, was er ihr sagen wollte. „Wir werden ihn suchen. Und Bahamut hilft uns sicher dabei.“ Der Drache nickte einwilligend. Maki holte, was von Masamune übrig geblieben war und stieg dann mit Paya auf Bahamuts Hals. „Keine Sorge König, wir kommen mit einer Lösung zurück!“ Kiyoshi winkte ihnen noch nach, bis sie in den Wolken verschwunden waren.   

„Bahamut, wo leben eigentlich Götter, die keine Aufgabe mehr haben!“ Fragte Maki. Bahamut flog weiter durch die Wolken, immer entlang der kosmischen Schlange. Bis er endlich antwortete: „Hinter dem Schleier des Äther!“ „Das ist mir schleierhaft.“ Stöhnte Paya. Die Wolken wurden immer dichter und leuchtender. Im Dunst, war der Leib der Schlange kaum noch zu erkennen. Bahamut flog dichter heran, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Die Wolken öffneten sich nach einer Weile wieder und die Drei sahen nun das Ende, den Kopf der Schlange, den sie über ein Grünes Land hielt. Bahamut flog am Schlangenkopf vorbei und steuerte auf die Wiesen unter ihnen zu. Kurz vor dem Boden drehte er ab und flog dicht darüber weiter, immer geradeaus. Paya fragte sich, ob der Drache überhaupt wusste, wo er hin flog, beziehungsweise wo sie waren. Als ob Bahamut Gedanken lesen konnte, sprach er: „Dies ist das Reich der Götter. Hier werden sie aus heiligem Boden geboren und hier her kehren sie zurück.“ „Wie sollen wir diesen Zeus finden? Das Reich ist riesengroß!“ Fragte Paya. „Wir werden die Göttin der Weisheit von vor zwei Generationen fragen. Ich weiß wo sie lebt.“ Bahamut flog auf einen kleinen Berg zu, an dessen Hängen lauter weiße Häuser standen. Vor einem der Häuser ließ der Drache, Paya und Maki absteigen. Er wies auf die Tür des Hauses. „Geht und fragt sie.“ Maki läutete das Glockenspiel, welches vor der Tür hing. Hinter der Tür war eine alte Stimme zu vernehmen. „Ja, ja, ich komme ja schon.“ Die alte Frau öffnete die Tür und sah die zwei naserümpfend an. „Seid ihr nicht ein bisschen zu jung, um ins Reich der Götter zu kommen?“ „Wir sind keine Götter, wir sind hier, weil wir jemanden suchen.“ Erklärte Maki. „Und dann kommt man zu mir. Natürlich. Schließlich war ich einst die Göttin der Weisheit.“ „Wir suchen einen Gott namens Zeus.“ Die alte Frau brummte gelangweilt. „Hättet ihr es mir nicht etwas schwieriger machen können?“ Sie zeigte auf ein Haus, ein par Meter von ihrem entfernt. „Er wohnt da drüben. Er ist mein Nachbar.“ „Vielen Dank.“ Paya und Maki liefen zum nächsten Haus und läuteten dort das Glockenspiel. Der Vorgarten war auffallend ungepflegt, im Gegensatz zu all den anderen. Das Haus musste auch mal wieder gestrichen werden. Es dauerte lange bis jemand öffnete. Ein dürrer, sehr alter Mann erschien im Türspalt. „Jaaa...?“ „Seid Ihr Zeus?“ Fragte Paya. „Hum... äh...“ Der alte Mann begann zu überlegen. „Ja, bin ich.“ Er kam heraus und schloss gleich wieder die Tür hinter sich. „Dann habt Ihr das Übel in die Büchse gesperrt?“ Fragte Paya weiter. Maki hielt sich besser raus. Paya konnte einfach besser erzählen und er hätte den Opa sicher geduzt. „Was... Büchse...?“ Der Alte Zeus ging an ihnen vorbei, in seinen Vorgarten und setzte sich auf einen flachen Stein. Paya und Maki setzten sich vor ihm, in das moosbefallene Gras. „Ich dachte ihr wolltet meinen Garten pflegen. Hm, so junge Götter wie euch hab ich ja seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Hat man für euch keine Aufgabe mehr gefunden?“  „Wir sind keine Götter, wir wollen nur eine wichtige Information von Euch. Es geht nämlich um Pandoras Büchse.“ „Was ist damit?“ „Ein böser Geist hat sie verlassen und wir wollen von Euch wissen wie man Geister in ein Gefäß sperrt.“ „Woher soll ich das wissen.“ „Was?!! Aber Ihr habt ihn doch selber eingesperrt. Ihr müsst doch wissen wie Ihr das gemacht hab!“ „Ich erinnere mich nicht, je so etwas gemacht zu haben.“ „Bitte, denkt nach, vielleicht erinnert Ihr Euch wieder.“ „Das ist eine gute Idee, ich habe ja sowieso nichts besseres zu tun. Wenn es denn so wichtig ist...“ „Das ist es.“ „Gebt mir nur ein bisschen Zeit.“ Der alte Ex-Gott versank in Gedanken. Paya und Maki beobachteten ihn eine Weile. Er saß nur da und rührte sich nicht. „Ich glaube der Pennt.“ Sagte Paya zu Maki. Sie rüttelte an Zeus Bein. „He, Zeus.“ Zeus erschrak. „Wenn ihr mich unterbrecht, fällt es mir nie ein.“ „Wir warten schon seit einer Stunde!“ „Dann wartet weiter. Ich muss weit in meine Vergangenheit zurück reisen, das dauert nun mal. Tsis, keine Geduld, die jungen Leute.“

Paya und Maki gingen sich ein wenig in der Gegend umsehen. Diese Welt hatte eine einzigartige klare Luft. Das Gras der Wiesen war grüner als irgendwo auf der Welt und die Gewässer blauer und klarer. Paya fragte sich, wo sich dieses riesige Reich wohl auf der Landkarte befindet, sie kannte eigentlich alle Kontinente und Meere. Sie waren wahrscheinlich in einer ganz anderen Dimension.

Nach zwei Stunden kehrten sie zu Zeus zurück, der noch immer in seinem Vorgarten saß und in seinem Gedächtnis kramte. Paya stöhnte genervt: „Der ist wirklich alt.“ „Als Mensch währe er über 100 Jahre alt.“ Meinte Maki daraufhin.

 

„Jetzt erinnere ich mich!“ Paya und Maki, lagen im Moos des Vorgartens und schreckten hoch. Sie waren eingeschlafen. „Es gab eine Zauberformel und sie steht in einem Buch.“ Jubelte Zeus. Dann wurde er wieder nachdenklich. „Ich weiß nur nicht mehr, wo ich dieses Buch hingetan habe.“ Paya und Maki plumpsten stöhnend ins Moos zurück und der Alte schimpfte: „Jetzt werdet mal nicht frech, ja!“ Zeus watschelte ins Haus zurück und die beiden folgten ihm. Jetzt sahen sie, weshalb Zeus die Tür verschlossen hatte und sie im Garten empfing. In seinem Haus herrschte das totale Chaos. Zeus wurde rot vor Verlegenheit und räusperte sich. „Ich hatte gerade damit begonnen aufzuräumen.“ „Ja, ja.“ Stöhnte Paya. „Setzt euch irgendwo hin. Ich suche das Buch für euch raus.“

  Paya und Maki setzten sich auf den Fußboden, da alle Sitzgelegenheiten voller Gerümpel waren. Zeus begann mit seiner Suche. Sie wurde zu einer wahren Expedition. Nach weiteren zwei Stunden kam Zeus zu ihnen und schlug ein Buch vor ihnen auf. „Die Kunst, einen bösen Geist zu fangen.“ Las Paya die Überschrift. „Ein verschließbares Gefäß muss geöffnet aufgestellt werden. Die reine Seele hebe vor dem Gefäß und dem zu fangenden Geiste, beide Hände und spräche laut und mit dem Herzen die so lautende Zauberformel: Ama Thema Lohsa Dämona Majin Funa. Die reine Seele spüre nun die kraft des Zaubers in ihren Händen und führe den Geist in das leere Gefäß. Es ist darauf zu achten, das Gefäß sofort zu verschließen und das Böse mit einem Göttlichen Siegel zu bannen. Klingt sicher leichter als es ist.“ Die beiden bedankten sich bei Zeus und kehrten mit dem Buch zu Bahamut zurück. Maki musste den Drachen wecken, der nun fast 6 Stunden geschlafen und gewartet hatte. Bahamut flog den Weg, entlang der kosmischen Schlange, zum Palast, Kiyoshis zurück.

Paya sah, dass ihre Eltern im Innenhof saßen und trauerten. „Mama, Papa, was habt ihr? Ist es wegen der Städte? Was ist passiert, als wir weg waren?“ Ihre Mutter schüttelte nur schluchzend den Kopf und ihr Vater sagte betrübt: “Es hat den gesamten östlichen Kontinent leer gefegt.“ Paya war schockiert, aber sie musste ihren Eltern Mut machen und so sagte sie: „He, der war ja nicht so groß. Er hat nur 14 Städte gehabt. Na ja, und ein paar Dörfer.“ Sie wandte sich an Maki und flüsterte: „Wie lange waren wir eigentlich weg?“ Maki fing an zu rechnen und hob anschließend drei Finger. „Drei Tage.“ „Wie das denn?“ „Um ins Reich der Götter zu gelangen, sind wir durch Zeit und Raum gereist. Das hat Bahamut mir gesagt. Also haben wir für zwei Stunden, einen Tag gebraucht.“ Dass er das verstanden hatte, wunderte sie doch sehr, wo er nicht mal richtig Pandora sagen konnte.

Die beiden gingen mit dem Buch zu Kiyoshi und er sah es sich an. Er sah zur Abwechslung mal zuversichtlich aus. „Der Geist hat sich seit Stunden nicht mehr gerührt, vielleicht haben wir Glück und das Problem hat sich von selbst erledigt.“ „Trotzdem.“ Meinte Maki. „Ich suche jetzt ein verschließbares Gefäß und halte mich bereit.“ „Sieh in der Palastküche nach, dort stehen lauter Töpfe, Karaffen und Flaschen.“ Bot Kiyoshi ihm an. Es grollte unter ihnen. Der ganze Palast begann zu beben. Es hörte sich an wie mehrere Explosionen und sie rissen nicht ab. Kiyoshi und Maki rannten aus dem Hof, bis zum Rand der Plattform um hinunter zu sehen. Sofort sahen sie das Übel. Die kosmische Schlange begann vom Schwanz angefangen, zu zerbersten In einer Kettenreaktion zerfiel die silberne Schlange zu Staub, der zur Erde rieselte. „Die gesamte Erde zerfällt zu einer einzigen, leblosen Wüste.“ Sagte Kiyoshi traurig. Noch fand der Zerfall der Schlange, weit unter dem Palast statt und schritt nur langsam voran. Maki rannte zurück in den Palast und kehrte mit einem Einmachglas zurück. „Kiyoshi, ich glaube du musst den Geist fangen. Du bist ein Gott und du hast sicher eine reine Seele.“ Er drückte dem König das Glas in die Hand. „Ich rufe den Drachenkönig, dass er uns zum Geist bringt.“ Kiyoshi nickte etwas überrumpelt. Ehe er sich versah, befanden sie sich schon auf dem Flug zur Erde. „Ich sah die Häuser von Wega-City verschwinden. Das ist auf dem Nördlichen-Kontinent. Ich bringe euch dort hin!“ Rief Bahamut im Flug. Sie erreichten Wega-City, oder das, was von ihr übrig war. Der Geist war noch dabei die Stadt zu vernichten. Es schien Niemand mehr dort zu sein, die Einwohner waren längst geflohen. Kiyoshi stellte das Einmachglas vor die große Staubwolke die der Geist aufwirbelte. Kiyoshi hatte die Zauberformel auswendig gelernt. Er hob zitternd vor Angst seine Hände und rief: „Ama Thema Lohsa Dämona Majin Funa!!“ Die Staubwolke kam immer dichter und die Erde Bebte und spuckte das seltsame Wesen aus. Kiyoshi vernahm sein hämisches Lachen. Warum fühlte Kiyoshi nicht, wie der Zauber auf ihn über ging? Er konnte überhaupt nichts ausrichten. Das Glas begann zu hüpfen und rutschte in eine Erdspalte. Kiyoshi machte, dass er fort kam. Hinter ihm brach das Erdreich zusammen und er rannte um sein Leben. Wo war der Drache? Er konnte ihn nicht mehr sehen. Unter seinen Füssen brach der Boden weg und er stürzte. Plötzlich verloren seine Füße ganz den Halt und er schwebte zwischen Gesteinsbrocken. Eine große Klaue zog ihn in die Lüfte. „Ihr habt mich gerettet Drachenkönig. Danke!“ Rief Kiyoshi erleichtert.

Bahamut brachte Maki und den König zum Himmelspalast zurück. Die Schlange war bis zum Palast zerfallen, aber ihr Zerfall hatte gestoppt.

„Das war’s.“ Seufzte Kiyoshi. „Jetzt gibt es keine Hilfe mehr. Die Erde ist verloren.“ „Ihr seid kein großer Optimist, was?“ Meckerte Paya, aber was half es, auch Leasame hatte die Hoffnung aufgegeben. Das konnte man ihr ansehen. Alle schwiegen in Trauer. Kiyoshi, Leasame, Maki, Paya und deren Familien, die dabei saßen. Niemand hatte mehr eine Idee. Es war Zeit aufzugeben.

„Ihr seid vielleicht ein paar Idioten, he, he.“ Alle sahen sich verwundert um und sahen in das Gesicht eines grinsenden alten Mannes. „So gewinnt man keinen Kampf.“ „Zeus!“ Riefen Paya und Maki, die den Alten erkannten. Sofort verneigte sich Kiyoshi vor dem alten Ex-Gott und sprach: „Es ist mir eine Ehre Euch zu treffen.“ Zeus kicherte. „Ihr seid nicht der, für den Ihr Euch haltet, Kiyoshi.“ „Wie soll ich das verstehen?“ Fragte Kiyoshi verwundert. Zeus trat in ihre Mitte und hielt einen Finger an Kiyoshis Nasenspitze. „Mit einer reinen Seele, war keine göttliche Seele gemeint. He, he, so rein seid Ihr nicht. Denkt mal darüber nach.“ Kiyoshi wurde rot. Woher weiß der Alte das? Dachte er. „Seht Ihr, ich hatte recht. Die Röte in Eurem Gesicht verrät Euch. Aber wir wollen nicht tiefer darauf ein gehen.“ Kiyoshi seufzte erleichtert. „Was soll denn nun eine reine Seele sein?“ Fragte Paya und Zeus antwortete: „Ich verrate euch jetzt mal den Unterschied zwischen einer reinen und einer unreinen Seele. Die unreine Seele bietet ihre Hilfe an, um damit manchmal einen eigennützigen Zweck zu erfüllen, zum Beispiel um angesehen zu werden, an ein Wertstück zu gelangen oder um sich in einer Gruppe zu integrieren. Die reine Seele hilft, weil sie es will und das mit ganzem Hertzen. Diese Seele wird auch Held genannt.“ Er sah Maki an und nickte zu sich selbst. „Ich hab es schon im Reich der Götter gespürt und ich irre mich nie.“ Maki sah ihn mit großen Augen an. „Der Junge ist mit ganzem Hertzen bereit euch zu Helfen. Er besitzt diese reine Seele.“ Paya schlug mit dem Schwanz und rief: „Soll das ein Witz sein? Er ist ein Wilder. Er kann nicht mal angemessen mit Göttern sprächen!“ Zeus schien sich zu amüsieren und kicherte wieder. „Hi, hi, ganz schön frech die Kleine. Süß, he, he.“ „Grrr.“ Gab Paya als Antwort zurück. Der Alte ist auch nicht ganz rein, dachte Kiyoshi. Zeus sah ihn an, als hätte er gehört was er dachte und er wurde wieder rot.