Der König des Himmels
Die Götter beherrschen
jeder eine Region, wie den Himmel, oder den Ocean. Es gibt auch Götter, die
über ein Element, einer Tugend oder ein
Laster herrschen.
„Doch niemand soll Herrscher über den anderen sein“, sprach
Urudan, als er den Göttern die Erde schenkte.
Nach ihrer Flucht aus dem
Tal, hatten alle Sphinx sich an einem neuen Ort niedergelassen und dort ihre
neuen Häuser erbaut.
Seit dem sie in der
‚Äußeren Welt’ lebten, hielten kleine Wunder bei ihnen Einzug. Es gab in ihrer
Nähe eine große Stadt, mit dem seltsam fremden Namen Anaami-City. Dort gab es
Dinge, die sich vorher niemand vorstellen konnte. Die Menschen nannten sie
Autos und Fernseher. Die Sphinx stellten bald fest, dass es noch andere von
ihrer Art gab. Sie lebten in Städten und Dörfern und für sie waren diese Wunder
alltäglich. Jene Sphinx lebten schon lange mit den Menschen Seite an Seite.
Maki hatte jemanden in der
Stadt kennen gelernt, den er sehr gerne besuchte und der ihn in das alltägliche
Leben einführen konnte. Sie war eine Sphinx, ungefähr in seinem Alter und ihre
grauen Haare, hatte sie sich Lila gefärbt. Das war so Mode in der Stadt. Ihr
Name war Paya.
Sie lebte mitten in der
Stadt, mit ihren Eltern zusammen, in einem ziemlich vornehmen Haus, das er allerdings
bis jetzt noch nie von innen gesehen hatte.
„Meine Eltern sind nicht
da“, meinte Paya, als sie Maki in ihr Haus ließ.
Maki sah sich erst einmal
um.
„Boah, das ist ja von
innen noch viel schöner, als von außen.“
Sie gingen in das Wohn-
und Esszimmer und setzten sich an einen Tisch. Dort saßen sie eine Weile. Paya
fing an, mit den Füssen zu schaukeln
und wälzte ihren Kopf auf der Tischplatte hin und her. Maki beobachtete sie.
„Oh man, ist das
langweilig“, stöhnte sie, „du kannst dir nicht vorstellen, wie langweilig das
Stadtleben ist. Ich beneide dich, für das, was du schon alles erlebt hast.“
„Toll war das aber nicht.
Da draußen gibt es Drachen und Dämonen.“
„Ich habe keine Angst vor
Drachen. Meine Schulkameradin hat einen Zuhause und der ist richtig niedlich.“
Maki währe vor Schreck
fast vom Stuhl gefallen.
„Was!? Die müssen ja ein
riesiges Haus haben!“
„Wie meinst du das?
Leguane sind gar nicht SO groß.“
Maki legte ebenfalls
seinen Kopf auf den Tisch. Schließlich sagte er vorsichtig:
„Paya, ich habe
entschlossen fort zu gehen. Vielleicht komme ich nie mehr zurück.“
„Was!“
Paya sprang auf.
“Dann nimm mich mit!“,
flehte sie.
„Und deine Eltern?“
„Die sind super lässig.“
Maki verstand kein Wort.
So sprach man wohl in der Stadt, begriff er.
„Sie werden nicht
schimpfen, wenn du einfach gehst?“
„Nein. Vielleicht ein
bisschen.“
„Aber ich kann dich nicht
mitnehmen. Es ist einfach zu gefährlich.“
„Was soll gefährlich
sein?“
„Ich will gegen den König
des Himmels kämpfen“, antwortete Maki entschlossen.
Paya sah ihn an und sagte:
„Du meinst das ja wirklich
ernst. Aber woher weißt du, dass es diesen König Kajade wirklich gibt?“
„Wenn die Legenden vom
Drachenkönig und von der Masamune wahr sind, warum sollte er nicht auch
wirklich sein?“
„Ja du hast recht. Warte,
ich packe noch ein paar Sachen und dann treffen wir uns bei deinem Haus.“
Sie schob Maki, der nicht
wusste wie ihm geschah, vor die Tür und rannte dann in ihr Zimmer und jubelte
glücklich. Endlich hatte sie die Chance etwas zu erleben, das spannender als
Schule war.
Am späten Nachmittag
klopfte es an Makis Tür. Er hatte ein eigenes kleines Haus, aber weiter
außerhalb der Stadt.
„Was ist das?“, fragte er,
als er Paya sah.
„Meine Sachen.“
Paya hievte zwei riesige
Koffer in Makis Wohnung. Maki schüttelte den Kopf und seufzte. Dieses Mädchen
war einfach nicht zu bremsen.
„Paya, du hast keine
Pegasusstiefel, wie ich. Wie willst du denn dort hoch kommen?“
„Na du wirst mich einfach
tragen.“
„Das geht nicht.“
„Hör endlich auf! Du
willst mich wohl nicht dabei haben!“
Sie verschränkte beleidigt
die Arme und Maki wusste nicht, was er noch sagen sollte. Er war eigentlich
froh, sie bei sich haben zu können, doch er fürchtete auch um sie.
Es war Morgens früh. Schon
bald begaben sich beide auf den Weg.
Der Palast in den Wolken,
sollte sich irgendwo über dem östlichen Ocean befinden, hatte Maki von seinem
Schwertmeister Ramuh gehört. Von Anaami-City aus, war der Ocean mehr als 10
Tage Fußmarsch entfernt.
‚20 Tage’ dachte Maki, als
er sah, wie Paya ihre beiden Koffer neben sich her schliff.
Maki war bereits hinter
einem Hügel verschwunden und kam zurück gelaufen.
„Wo bleibst du denn?“,
fragte er ungeduldig.
„Wie kann man nur so
unhöflich sein! Hast du überhaupt keine Manieren?“, schimpfte Paya ihn aus.
Maki sagte darauf
verwundert:
„Hä? Eigentlich sollte ich
mit dir schimpfen.“
Paya stellte ihre Koffer
ab und drehte ihm beleidigt den Rücken zu.
„Da rennst du einfach weg
und läst mich meine Koffer schleppen.“
„Du wolltest sie ja
unbedingt mitnehmen.“
Paya fuhr herum und
fauchte ihn an:
„Und was, wenn mich ein
Monster überfällt!? Dann wärest du nicht da gewesen! Ein Gentleman trägt die
Sachen von einer Dame! Das ist doch selbstverständlich!“
Maki sah sie verwirrt an,
schüttelte den Kopf und lief weiter,
bis er wieder aus ihrer Sicht verschwunden war.
Nach einer Weile gab Paya
es auf und ließ, schweren Herzens, ihre Koffer in der Landschaft stehen. Sie
musste rennen, um Maki aufzuholen.
„Wegen dir musste ich die
Sachen zurücklassen. Das ganze Essen und meine Kleider!“, fauchte sie ihn an,
als sie neben ihm ging.
Sie blieb stehen und fing
an zu weinen.
„Wir werden hier draußen
verhungern.“
Sie hockte sich ins Gras
und weinte bitterlich. Maki drückte sie behutsam an sich um sie zu trösten.
„Machen wir für Heute
Pause, gut? Wir müssen nur noch einen Unterschlupf suchen und deine Taschen
hole ich dir zurück.“
Bald fanden sie einen
umgestürzten Baum, unter dem sie ihr Nachtlager aufschlagen konnten. Maki ging
noch einmal den Weg ein Stück zurück, um die Koffer zu holen. Alles was er noch
von ihnen finden konnte, war ein Henkel und ein zerrissenes Kleid, das in einem
Baum hing. Maki untersuchte das zertrampelte Gras und den Henkel und roch
daran. „Merkwürdig, scheint etwas großes gewesen zu sein“, bemerkte er.
Maki richtete sich auf und
lauschte in die Ferne. Er konnte nichts verdächtiges hören und ging mit dem
zerrissenen Kleid zurück. Unterwegs fing er noch zwei Nagetiere zum grillen,
welche er mit der Masamune erlegte. Er zog ihnen das Fell ab und hängte es zum
trocknen an einen Ast. Dann setzte er sich zu Paya auf den Boden. Sie hatte
Feuer gemacht und so konnte Maki seine Beute auf Stöcke spießen und sie
grillen.
„Es ist wirklich nichts zu
essen mehr dort gewesen?“, fragte Paya, als sie am Feuer saßen.
„Nein. Irgendjemand, oder
Irgendetwas hat die Koffer gefressen und nichts übrig gelassen. Bis auf einen
Henkel und dieses Kleid.“
Maki zeigte ihr den Fetzen
und sie sah ihn traurig an.
„Meine schönen Sachen“,
schniefte sie.
Sie aßen die Beute und sie
schmeckte wirklich vorzüglich.
Paya fragte:
„Sind das Kaninchen?“
Maki schüttelte den Kopf
und antwortete:
„Ich weiß nicht.“
„Die schmecken wirklich
gut.“
Paya steckte die Nase in
den Wind und schnupperte.
„Irgend etwas stinkt
hier“, bemerkte sie.
Sie sah sich um und
entdeckte die Felle, die hinter ihr am Ast hingen. Sie waren schwarz mit weißen
Streifen. Paya sprang auf und warf ihren Bratenrest zu Boden.
„Stinktiere?! Ich… ich
habe ein Stinktier gegessen!“
Sie sah Maki wütend an.
„Spinnst du? Wie kannst du
mir ein Stinktier zu essen geben?!“ „Aber dir hat es doch geschmeckt.“
Paya rannte durch die
Dunkelheit, zu einem Bach und spülte sich den Mund aus.
Als sie zurückkam, hatte
Maki ihr Feuer gelöscht.
„Hey, was soll das?!
Beinahe hätte ich nicht zurück gefunden!“ Maki warf sie jedoch zu Boden und
hielt ihr den Mund zu. Sie sah ängstlich in die Gebüsche rings um sie. Es war
plötzlich ganz still. Kein Tier rief in der Ferne. Keine Wölfe und keine
Nachtvögel waren mehr zu hören. Selbst Maki schien nicht zu atmen. Paya
lauschte mit ihren Katzenohren in die Stille. Maki lockerte seinen Griff von
ihrem Mund und sie fragte flüsternd:
„Maki, was ist? Was hast
du?“
„Hörst du nicht?“
Paya lauschte weiter. War
es der Wind, oder war es ein Schnaufen, das sie hörte?
Jetzt konnten sie es
sehen, was dort durch die Nacht schlich. Es hatte eine riesige schwarze Gestalt
und brennende Augen.
„Ein Dämon Paya!“, zischte
Maki.
Er drückte sie ins Gras.
„Bleib hier liegen.“
Maki schlich zu seiner
Waffe und hob sie auf. Der Dämon blickte in Makis Richtung, er hatte ihn
entdeckt, da er sich bewegt hatte. Maki verließ die Feuerstelle, um von Paya
abzulenken. Er lief auf einen freien Platz, auf einem Hügel und rief:
„Hierher Dämon. Ich bin
hier!“
Paya zitterte bei dem
Gedanken, dass dieses Vieh ihre Koffer restlos verspeist hatte. Maki hatte
Recht, seine Reise war tatsächlich gefährlich.
Der Dämon stampfte auf
Maki zu und zischte:
„Du denkst wohl, ich habe
sie noch nicht bemerkt, deine kleine Freundin im Gras. Solle sie dann mein
Nachtisch werden.“
Paya hörte dies und
schluckte vor Angst.
„Aber zuerst wirst du mit
mir kämpfen, denn ich werde dich nicht zu ihr lassen!“
„Nur zu, schlag mich ruhig
mit deinem Stöckchen.“
Der Dämon zeigte auf
seinen Hinterkopf und Maki sprang hinauf, um zu tun, wonach er verlangte. Maki
schlug fest mit der Masamune auf dessen Schädel. Noch einmal und noch einmal.
Der Dämon kratzte seinen Kopf und sagte gelangweilt:
„Schlecht für dich, dass
ich einen Schädel, so hart wie Marmor habe. Dein kleines Stöckchen kitzelt mich
allenfalls.“
Maki schwang Masamune wie
einen Rotor, während er auf dem Ochsen-Rücken des Dämons stand.
„Nein, schlecht für dich,
dass mein Stöckchen Masamune ist und nur dein Schädel hart wie Marmor ist“,
rief Maki zurück.
Bei dem Wort ‚Masamune’,
stellten sich des Dämons borstige Haare auf und er erblasste. Währe es nicht so
dunkel gewesen, hätte er sie nicht fälschlicherweise als Stock erkannt. Nun
hatte er den Jungen, mit der heiligen Waffe, auf seinen Rücken springen lassen.
Maki holte aus, wirbelte
seine Klingen in der Luft und trennte dem Dämon mit Schwung, den Kopf von den
Schultern.
Als Maki zurückkam zu
Paya, viel das Mädchen ihm in die Arme.
Nach einigen Tagen
erreichten sie die Salzwüste, hinter der, der Westliche Ocean lag. Wie schon
damals, tanzten große Sandsäulen über das Ödland. Durch die Winde, kamen die
beiden nur schwer voran. Sie kämpften sich durch Felsenklüfte und Tafelland.
Am Ende einer Kluft,
hinter der sich eine neue Ebene ausbreitete, sahen die Beiden eine besonders
riesige Sandsäule, welche direkt auf sie zu brauste. Maki packte Payas Arm und
zog sie tiefer in die Schlucht hinein. Es wurde dunkler und dunkler und das
Brausen schwoll zu einem Donnern. Bahamut erschien am, vom Sand verdunkelten
Himmel. Er sah die zwei Reisenden in der Schlucht stehen und senkte sein Haupt.
„Meister der heiligen
Masamune, ich bitte um Vergebung, für meinen Geiz und meinen Hochmut. Ich, der
ich der große Drachenkönig bin, sehe, dass Ihr der jenige seid, der den Frieden
und die Gerechtigkeit zurückbringen wird. Was ist euer Wunsch?“, dröhnte seine
mächtige Stimme.
Maki und Paya sahen sich
verwirrt an und traten vorsichtig näher.
„Du bist mir nicht böse,
dass ich dich ausgetrickst und bestohlen habe?!“, rief Maki.
„Nein, denn ich kenne die
Prophezeiung und Ihr seid der Krieger, der die Masamune führen kann, wie ich
sehe.“
„Was hast du auszusetzen
an deinem König? Dem König des Himmels, den ich besiegen will.“
„Er nahm mir die Fähigkeit
zu fliegen, denn er ertrug nicht, dass mein Reich bis höher in die Wolken
reicht, als seines. Niemandem Position im Himmel darf gleich ihm oder höher
sein, denn er nennt sich nun Gottkaiser. (Was bedeutet: nicht König des
Himmels, sondern König der Götter.)“
Maki nickte und fragte
anschließend:
„Was meintest du gerade,
als du fragtest, was mein Wunsch ist?!“
Demütig senkte der
Drachenkönig sein Haupt tiefer und sprach:
„Ich will Euch dienen, so
gut ich kann, um Euch zu helfen.“
Maki sah hinauf in die
Wolken, dann fragte er:
„Kannst du uns mit deinen
Pegasusfedern zum Palast Kajades fliegen und uns sagen, wie wir hinein kommen,
durch seine sieben Himmelstore?!“
Paya schüttelte den Kopf
und stellte sich hinter Maki.
„Oh nein, ich werde mich
nicht auf dieses Monster setzen. Wer weiß, was der vor hat.“
Bahamut brummte und sein
Kopf kam näher.
„Bitte, lass mich euch
helfen.“
Er legte seinen langen
Hals nieder, so, dass sie aufsteigen konnten. Maki packte Paya und sprang mit
ihr im Arm und mit Hilfe seiner Pegasusstiefel, auf den Hals des Drachen. Paya
klammerte sich an den Federkranz um des Drachens Kopf und sagte zitternd:
„Wir werden sterben.“
Bahamut erhob sich vom
Wüstenboden und schwebte in Schlangenlinien gen Himmel. Paya kreischte und
kniff die Augen zu.
„Wenn ich jemals heil
runter komme, bringe ich dich um!!“, rief sie.
Maki, der hinter ihr saß
und sich nur an den glatten Schuppen fest hielt, jauchzte stattdessen freudig.
Als Bahamut über den Wolken war, sah er den Palast. Er war gewaltig, beinahe
eine ganze Stadt. Goldene Türme leuchteten in der Sonne und weiße Banner wehten
im Wind. Der ganze Palast schwebte auf den Wolken, als währe er leichter als
der Wind.
„Hey Paya, mach die Augen
auf. Du verpasst einen atemberaubenden Anblick.“
Paya schüttelte verkrampft
den Kopf und antwortete:
„Ich bin nicht
schwindelfrei.“
„Hey, Drachenkönig! Warum
können wir nicht einfach über die Tore hinweg fliegen?! Die Menschen erzählten
in ihren Legenden, der Palast stehe unter einer Kuppel. Aber ich sehe keine!“
„Es ist ein unsichtbarer
Schild. Den kann niemand durchbrechen“, antwortete Bahamut.
Er landete vor dem ersten
der sieben Tore und Maki half Paya vom Drachen herunter.
„Seht ihr die Ornamente in
den Flügeln des Tores? Diese sind auf allen Sieben“, erklärte Bahamut und Maki
und Paya sahen sich die Torflügel an, die so hoch wie Pappeln waren. Goldene
Drachenreliefs waren es. Sieben auf jeder Seite. Jeder Drache hielt eine Feuerperle
in seiner Klaue.
„Jede einzelne Perle muss
einmal gedreht werden, damit das Tor sich öffnet. Beim zweiten Tor, werden sie
zweimal gedreht und so weiter. Aber Vorsicht, hinter dem letzten Tor stehen
Wachen...“, erklärte der Drachenkönig weiter.
Er erhob sich wieder in
die Lüfte und flog zur Erde zurück. „Wenn Kajade meine Federn sieht und sieht,
dass ich fliege, lässt er mich auf ewig einsperren!“, rief er noch auf seinem
Weg durch die Wolken.
„Gigantisch!“, keuchte
Paya.
Sie drehte die unteren zwei
Kugeln der Reliefe, einmal.
„Und nun? Die anderen sind
zu hoch.“
Maki lief auf
Pegasusstiefeln empor und drehte die restlichen zwölf Kugeln. Die goldenen
Kugeln leuchteten auf und wurden zu Glas. Das Tor öffnete sich und ließ sie
passieren.
„Eigentlich möchte ich
lieber nicht mit hinein kommen. Bitte lass mich hier warten“, bat Paya.
„Gut Paya, aber verstecke
dich besser hinter den Mauern des Palastes. Bleib nicht vorm Tor stehen, falls
Jemand kommt.“
Paya versteckte sich und
Maki öffnete alle sieben Tore. Er hatte vor, sich von den Wachen zum Kaiser
führen zu lassen. Damit ihn niemand aus der Prophezeiung, von der alle
sprachen, erkannte und ihn gleich umbrachte, legte er einen Zauberspruch auf
Masamune, so, dass sie klein wie eine Strecknadel wurde. Nun konnte er sie in
eines seiner Stiefelbänder stecken, in die er auch die Federn gesteckt hatte.
Die Wachen waren ziemlich verwirrt, als sie sahen, dass ein Mensch ihre Tore
geöffnet hatte.
„Nehmt ihn gefangen!“,
rief einer von ihnen, „und führt ihn dem Kaiser vor!“
Paya hörte die Rufe von
ihrem Versteck aus und sie wusste, er war verloren. Was sollte er denn nun noch
machen? Sie blieb hinter einer Säule, der umgebenden Mauer und wartete. Allein
konnte sie schließlich nicht zurück zur Erde.
Kaiserliche Berater,
Gelehrte, Wachen, Götter und Dämonen standen in der großen, hellen Thronhalle.
Maki wurde an ihnen vorbei, zum Thron geführt. Schier unendlich schien der Weg
zum Thron. Links und Rechts waren riesige Fenster, eben so groß wie die
Himmelstore. Alles dort war aus Gold, verziert mit den schönsten Edelsteinen.
Tische waren aus Jade und in den Tischdecken waren Opale gearbeitet, die in
allen erdenklichen Farben schimmerten. Maki war von all dem Licht so geblendet,
dass er den Kaiser kaum sehen konnte. Maki blinzelte, als sie vor dem Thron
stoppten. Langsam gewöhnten sich seine Augen und er sah die große Gestalt, die
vor ihm thronte.
Kajade, fast drei Meter
groß, in schillernden Gewändern und seine Krone, das kostbarste Ding, des
gesamten Palastes.
„Nun, wer ist dieser
Junge?“
Kajades Stimme hallte
durch den Saal. Die Wachen verbeugten sich tief und traten vor.
„Göttliche Hoheit, erlaubt
mir zu sprechen“, sagte die eine Wachperson.
Kajade nickte.
„Wir fanden diesen Jungen
auf dem Hof, hinter den Toren. Er hat die Himmlischen Drachentore geöffnet. Wir
fanden nur ihn. Er scheint allein hier hoch gekommen zu sein,“ sprach die
Wachperson weiter.
Maki ging an den beiden
Wachen vorbei und trat näher an den Thron heran. Laut und mit erhobenem Haupt,
sprach er:
„Ihr wart das. Ihr habt
zugelassen, dass mein Volk sein Tal nicht verlassen konnte. Ihr habt Nagarasi
erlaub ihren Berg in die Schlucht zu stellen und Ihr habt dem Drachenkönig das
Fliegen verboten und ihn gedemütigt!“
Durch den Saal hallten
Ausrufe der Empörung. Die beiden Wachen packten Maki und zwangen ihn in die
Knie. Der Kaiser schmunzelte und fing dann an zu lachen. Schließlich, nachdem
er lange herzhaft gelacht hatte, verdunkelte sich das Gesicht des Kaisers und
er rief:
„Wachen, werft dieses
vorlaute Menschenkind in die Kammer der glühenden Kohlen und sorgt dafür, dass
der Kesselmeister sie ordentlich schürt!“
Die beiden Wachen wollten
Maki packen und abführen, doch Maki zog die kleine Nadel aus seinem Stiefelband
und sie nahm, in seiner Hand, die Gestalt der Masamune an. Augenblicklich
wichen die Wachen zurück und ein Aufschreien ging durch die Reihen.
„Masamune!“, oder, „die
Prophezeiung!“, riefen die Berater, Gelehrten, Wachen, Götter und Dämonen. Maki
drehte sich zu ihnen um und schwang Masamune. Als Maki mit einem Satz, in die
Mitte des Saales sprang und einen großen Bogen mit der Masamune schlug, brach
Panik aus. Der gesamte Hofstab verließ fluchtartig den Saal.
Jetzt war Maki allein im
Thronsaal, selbst der Kaiser hatte sich zurückgezogen. Das schwere Silbertor
des Saals fiel zu. Maki fühlte einen eisigen Lufthauch. Vor ihm begannen
Eiskristalle in der Luft zu glitzern. Sie begannen sich unnatürlich zu bewegen
und formten die Gestalt einer Frau, welche immer deutlicher zu erkennen war.
Schön war sie. Ihre Haut war weiß und
ihr langes, langes Haar, eisblau, genau wie ihre Lippen und ihre Augen.
„Wer bist du?!“, fragte
Maki und hielt seine Waffe auf die Gestalt gerichtet.
„Ich bin Shiva, die Göttin
des Eises und die Gemahlin des Kaisers“ antwortete sie und grinste hämisch,
„so, du bist also der Halbgott, aus der Prophezeiung. Du bist kleiner als ich
dachte. Fast noch ein Kind.“
„Du machst mir keine
Angst.“
Shiva lachte.
„Aber du solltest Angst
haben, denn ich kenne das Geheimnis der Lebenslichter. Ich weiß wo sie sind.
Wenn ich deines auslösche, erlischt auch dein Leben.“
„Warum tust du es dann nicht?“
Shiva lachte lauter und
meinte darauf hin:
„Ich werde auch so mit dir
fertig werden. Das ist doch viel spannender, nicht wahr?“
Shiva erhob ihre
Handfläche ihm entgegen. Sie sprühte ihm Eiskristalle zu, die im Flug, zu
langen, scharfen Eisgeschossen wurden. Maki wehrte sie mit rotierenden Klingen
ab und sie zerbarsten.
„Nicht schlecht Kleiner,
aber das war nur ein kleiner Vorgeschmack! Hahahaha!“
Shiva erhob beide
Handflächen und erhob sich in die Luft. Nun schwebte sie. Mit beiden Händen
feuerte sie ihre magischen Eisspeere ab, die auf Maki prasselten und sie begann
ihn zu umkreisen. Maki wehrte alles ab, was sie ihm entgegen feuerte. Ihre
Salven waren nur hart zu bremsen. Es wurde ihm langsam zu viel. Um ihrem
Beschuss für einen Moment zu entkommen, sprang Maki zu ihr in die Lüfte und
rannte ihr entgegen, um ihr mit Masamune einen Hieb zu verpassen. Dass der
Junge Pegasusfedern hatte, war ihr bis jetzt nicht aufgefallen. Sie war völlig
überrumpelt, als sie sah, wie er durch die Luft rannte. Masamune sauste auf sie
herab. Shiva wurde in zwei Teile geteilt und zerfiel wie Pulverschnee. Maki
landete wieder sanft auf dem Silberteppich.
Das große Silbertor wurde
von Außen geöffnet und eine Gestalt erschien im Spalt, die rief:
„Shiva meine
Eisprinzessin, ist er besiegt?!“
Maki erkannte, dass es
Kajade war und knurrte ihn wütend an. Kajade sah den Jungen in mitten der Halle
stehen und ihm wurde bewußt, dass seine Frau von ihm vernichtet wurde.
„Das wirst du mir büßen!“,
brüllte er.
Maki stellte sich zum
Kampf bereit, doch Kajade rannte davon. Natürlich folgte Maki dem Despoten,
doch der war längst weg. Er durchsuchte jedes Gebäude in dem Goldenen Palast.
Es war Niemand mehr dort. Konnte es sein, dass der Kaiser und der gesamte
Hofstab nur wegen der Masamune flohen? Fürchteten sie das Göttertötende Schwert
so sehr? Kajade sandte nicht einmal seine himmlische Armee, die angeblich so
gewaltig sein sollte. Sie waren einfach alle, Hals über Kopf verschwunden.
Maki kehrte zu Paya
zurück, die noch immer hinter einer Säule hockte.
„Maki, was hast du den
bloß gemacht? Die sind ja gerannt, als hätten sie den Teufel gesehen.“
Maki kratzte sich verlegen
am Hinterkopf.
„Ahm, nun ja, eigentlich
hatten sie nur Angst vor Masamune.“
„Maki, sieh doch nur!“
Paya wies an die Kante der
Plattform, auf der, der Palast stand. Eine seltsame Schlange bewegte ihre Windungen
durch die Wolken. Ihr Durchmesser
betrug fast fünf Meter und sie hatte scheinbar keinen Anfang und kein Ende.
„Ob das die sogenannte
kosmische Schlange ist? Ich habe darüber mal irgendwo gelesen. Sie umfasst die
ganze Welt und bildet in der Legende die Himmelskuppel“, erklärte Paya.
„Davon habe ich noch nie
gehört.“
„Die Leute, die du verjagt
hast, sind jedenfalls auf ihr, zur Erde hinunter gelaufen. Vielleicht können
wir das auch?“
Maki sprang mit ihr auf
den silbernen, schuppigen Leib der Schlange und sie folgten ihre Windungen
hinab. Es war ein schrecklich weiter Weg. Sie brauchten einen ganzen Tag und
eine ganze Nacht um den Boden zu erreichen.
Am Rande des Ozeans lag
Bahamut am Strand und schlief. Maki weckte ihn mit den Worten:
„Ich brauche deine Hilfe,
oh Drache!“
Bahamut richtete seinen
großen Kopf auf und sah auf die beiden nieder.
„Ah, junger Held. Ich sah
den Kaiser aus dem Himmel fliehen. Ich hörte ihn sagen, er wolle zu einem
Götterrat aufrufen.“
„Was bedeutet das?“
„Nun werden die Götter,
die von Kajades Macht profitieren, versuchen einen Weg zu finden, wie sie sich
dir entgegenstellen können.“
„Es ist eine Prophezeiung.
Das Schicksal kann man nicht ändern.“
Der Drachenkönig brummte
nur. Er war anderer Meinung.
„Bahamut, ich möchte
wissen wo ich die Lebenslichter finde!“, rief Maki.
„Wenn du es wünschst, kann
ich dich zu jemandem bringen, der es vielleicht weiß. Aber was versprichst du
dir davon? Götter haben keine Lebenslichter.“
„Nein aber ich. Ich bin
sterblich wie ein Mensch und ich altere wie sie.“
Bahamut konnte sich nicht
vorstellen, was der Junge beabsichtigte, aber er half ihm.
Es gab nur einen, der
weise genug war, um so etwas zu wissen. Eigentlich durfte dies nur der Herr der
Unterwelt und der Richter des Schicksals wissen. Bei der weisen Person handelte
es sich um die Göttin der Weisheit, verriet Bahamut auf ihrem Weg zu einer
Insel. Sie landeten dort und Maki musste feststellen, dass die Göttin der
Weisheit, die Schildkröte war, die ihm die goldene Weste geschenkt hatte.
Paya sah Maki fassungslos
an, dann die Schildkröte, die lächelnd am Strand stand, dann den Drachen und
dann schüttelte sie den Kopf und fragte:
„Und dafür sind wir so
weit geflogen? Wegen einer Schildkröte?“
Die Schildkröte begann
aufrecht zu stehen und verwandelte sich in eine junge Frau.
„Ich bin Leasame, die
Göttin der Weisheit“, sprach sie mit lieblicher Stimme.
Sie lächelte zu Maki und
meinte:
„Ich weiß, weshalb du
gekommen bist.“
„Von ihr stammt die
Prophezeiung“, flüsterte Bahamut.
„Geh zum Feuerberg der
Dämonenprinzessin. Dort findest du den Saal des Schicksals. In ihm befinden
sich die Lebenslichter eines jeden Lebewesens. Geh deinen Weg junger Held.
Erfülle die Prophezeiung.“
Sie reichte Maki einen
Schlüssel und sprach weiter:
Diesen Schlüssel besitzen
nur drei Götter. Der Richter des Schicksals, der Herr der Unterwelt, Shiva die
Eisgöttin, die ihn von Ivrit gestohlen hat und nun du. Öffne mit ihm den Saal
des Schicksals.“
Leasame wurde wieder zur
Schildkröte.
„Beeile dich Maki“, sagte
sie nun mit ihrer alten Schildkrötenstimme.
Bahamut brachte Paya und
Maki zum Vulkan, der einst das Haus der Dämonenprinzessin war. Ferner wurde
dort auch der neue Sitz, des Zuganges zur Unterwelt und des Saales des
Schicksals, errichtet.
Paya und Maki landeten
sicher auf der Plattform zum Eingang in den Vulkan.
„Bleib dicht bei mir Paya.
Dort drinnen ist ein Labyrinth.“
Paya packte Makis Arm und
folgte ihm in die Höhle hinein. Paya blieb fest an Maki geklammert. Dann
staunte sie und sagte:
„Ich glaube es nicht. Hier
warst du ganz allein hinein gegangen? Wie gruselig. Du musst echt Mut haben!“
Sie schlichen vorsichtig
durch die zahlreichen, düsteren Gänge. Es schien niemand dort zu sein.
Leasame, die Göttin der
Weisheit, machte sich auf, zum Rat der Götter, den Kajade einberufen hatte. Sie
hatte dem Kaiser eine Nachricht zu überbringen.
Der Rat der Götter, befand
sich auf dem höchsten Gipfel, des höchsten Berges der Welt. Leasame landete als
Adler auf dem hohen Platz, vor des Kaisers Thronsessel. Sie verwandelte sich
zurück, in ihre Frauengestalt und verneigte sich tief vor Kajade.
„Göttliche Majestät.
Erlaubt mir zu sprechen.“
Kajade nickte knapp.
Leasame erhob sich und lächelte dem Kaiser entgegen, dann begann sie zu
sprechen:
„Majestät, all eure
Bemühungen waren umsonst. Nun gibt es keinen Weg mehr, den Jungen aus meiner
Prophezeiung aufzuhalten. Er hat die Unsterblichkeit erlangt.“
Kajade knurrte grimmig.
„Wache!“, brüllte er
genervt, „nehmt diese Hexe gefangen!“
Die Wachen traten hervor
und packten Leasame. Sie verbeugte sich erneut und ließ sich ohne Gegenwehr
abführen. Kajade sah in die Runde der Götter und Dämonen, die auf einer
Tribüne, um ihn herum, im Halbkreis saßen. Dann sagte Kajade wütend zu dem Rat:
„Leasame spricht die
Wahrheit!“
Er schlug mit der Faust
auf seine Armlehne.
„Sie spricht immer die
Wahrheit“, knurrte er mehr zu sich selbst.
Paya und Maki erreichten
den Höllenschlund. Den tiefen Schacht, der in das Innere der Erde führte. Paya
warf einen vorsichtigen Blick hinein und sah das Feuermeer im Abgrund des
Schachtes.
„Da unten lebt der Herr
der Unterwelt? Wie kann man dort überleben?“, fragte sie.
„Da unten lebt sicher
niemand. Da sind nur die Seelen von schlechten Menschen, glaube ich“
Maki ging auf eine eiserne
Tür zu. Er steckte seinen Schlüssel in das Schlüsselloch und konnte
aufschließen. Die Tür ging auf und gab den Blick frei, auf ein Meer von
glühwürmchenähnlichen Lichtern. In einer gigantischen Halle waren sie überall
verteilt und schwebten wie Sterne im Raum. Das waren sie also, die
Lebenslichter. Es waren Milliarden und die Halle war so groß, dass man sich
kaum vorstellen konnte, sich noch im inneren des Berges zu befinden. Einige
leuchteten hell und gleißend, andere nur noch schwach und einige flackerten
sogar. Maki ging durch die Halle bis, in die Mitte und es dauerte eine Weile,
bis er dort ankam. Paya blieb an seiner Seite.
„Und nun?“, fragte sie
etwas hilflos.
Ein Licht war besonders
hell und prächtig. Maki nahm es in seine Hände und sein Herz sagte ihm, dass
dies sein Lebenslicht war. Das runde Licht schwebte zwischen seinen Fingern,
nachdem er es an sich genommen hatte. Maki brachte es hinaus, aus der Halle und
stellte sich vor den Höllenschlund. Als er mit der Lichtkugel in seinen Händen
ausholte, um es hinab zu werfen, schrie Paya auf. Maki hielt inne.
„Was hast du?“, fragte er.
„Was tust du denn, Maki?
Willst du, dass es verbrennt? Das bringt dich bestimmt um!“
Maki hielt ihr das Licht
hin und sagte zu ihr:
„Berühr es, es besteht
selbst aus Feuer. Wenn ich es hinunter werfe, brennt es für ewig und ich bin
unsterblich.“
Paya schluckte und dann
begriff sie und erwiederte:
„Das hast du also
vorgehabt. Ziemlich clever. Ich hoffe, dass es klappt.“
„Das werden wir ja jetzt
sehen!“
Maki holte aus und warf
das Lebenslicht in den Höllenschlund hinab. Es viel lange und tief und begann
heller und heller zu leuchten. Maki fühlte einen unglaublichen Schub an
Lebensenergie. Voller Sorge beobachtete Paya, wie starr Maki da stand. Das
Lebenslicht tauchte in die gleißende Lava ein. Maki brach in diesem Moment mit
einem Schrei zusammen.
„Maki... Maki!“
Paya stürzte zu ihm und
hob seinen Kopf an. Er atmete nicht mehr. Ein schwaches Leuchten ging von ihm
aus und es wurde schwächer und erlosch. Sie sah ihn wie versteinert an. Das war
das Ende. Er war tot. Sein Plan war nicht aufgegangen.
Maki schien zu lächeln.
Er begann wieder zu atmen,
öffnete die Augen und grinste Paya an.
„Es hat geklappt, ich bin
jetzt unsterblich!“, jauchzte er.
Paya fing an zu weinen und
umarmte ihn fest.
„Du machst vielleicht
Sachen, Maki. Ich habe wirklich Angst um dich gehabt.“
Draußen auf der Plattform,
wartete Bahamut auf sie.
„Wenn ihr bereit seid,
dann können wir nun zum Berg von Schnee und Eis fliegen, um dort den Kaiser zu
treffen“, schlug der Drache vor, als er gehört hatte, was Maki im Vulkan
geglückt war.
Maki half Paya wieder auf
den Drachen und Bahamut flog los.
„Ihr solltet etwas schlafen!“,
rief Bahamut im Flug, „wir werden die ganze Nacht reisen!“
Paya seufzte und meinte
dann:
„Sicher machen sich meine
Eltern schon Sorgen. Wir sind schon seit Tagen unterwegs... Drache, könntest du
uns nicht kurz in einer Stadt absetzen? Ich muss unbedingt mal telefonieren.“
Es war schon nach 12.00
Uhr Mitternacht, als Paya mit Maki in einer Telefonzelle stand und ihre Eltern
anrief. Es dauerte lange, bis endlich ihre Mutter an den Hörer ging.
„Hallo Mama?“
(Paya mein Schatz, wo
steckst du denn?)
„In Wega City, auf dem
Orion Platz.“
(Aber das ist ja auf der
anderen Seite der Erde! Was machst du denn dort?)
„Ist ne lange Geschichte.
Ich fliege auf einem Drachen umher und kämpfe mit Maki gegen Götter.“
(Das ist schön Kleines,
aber denk daran, in vier Tagen sind die Ferien zuende, dann solltest du wieder
hier sein.)
„Mach ich Mama. Bye. Und
grüß Papa von mir.“
Paya sah Maki an und
stöhnte:
„Ich glaube, die haben
noch gar nicht gemerkt, dass mein Motorrad noch im Schuppen steht. Die denken
bestimmt, ich campe und bin betrunken oder so. So lange war ich noch nie
unterwegs.“
Maki kratzte sich am Kopf
und wusste nicht, was er sagen sollte.
Wieder auf dem Drachen,
fragte Maki:
„Sorgen sich deine Eltern
denn kein bisschen?“
„Nein, das habe ich dir
doch schon einmal gesagt. Sie vertrauen mir.“
Sie seufzte wieder:
„Na ja, normalerweise habe
ich auch mein Motorrad und meinen Elektroschocker dabei.“
Im Götterrat wurde heiß
diskutiert, um eine Lösung zu finden. Wie konnten sie den unsterblichen
Halbgott Maki, mit seiner heiligen Masamune, aufhalten. Kajade ließ einen
Magier herbei rufen.
Der Zaubermeister Tuledin,
so war sein Name, kniete vor dem Kaiser. Er war klein, dick, mit langem,
schwarzen Bart und einem Roten Gewand.
Kajade sprach zu ihm:
„Hört zu, Tuledin.
Zauberer. Ich bitte Euch um Eure Hilfe. Der Halbgott aus der Prophezeiung...“
„Vergebt mir, dass ich
euch unterbräche. Ich weiß bescheit über die Vorkommnisse.“
Tuledin ließ eine große
Kristallkugel (der Adaperio von Ramuh) in seinen Händen erscheinen und trat mit
ihr, die Stufen zum Thronsessel hinauf. Er stellte die Kugel auf die
Sessellehne und Kajade sah hinein. Tuledin strich mit seiner Hand über die
Kugel und ein Bild erschien in ihr. Kajade sah den Drachenkönig mit Paya und
Maki. Er sah, dass sie den Berg von Schnee und Eis erreicht hatten.
„Halte sie auf!“, brüllte
Kajade ungeduldig.
Tuledins Hand strich über
die Kugel und er murmelte eine magische Formel:
„ETHAEL, FAMAEL, ETHLAEL.“
Bahamut kämpfte gegen den
eisigen Sturm an, den Tuledin ihnen geschickt hatte. Paya klammerte sich an
Maki und sie kniffen alle ihre Augen zu, weil der Wind so brannte. Bahamut
krallte sich an einem Felsen.
„Lange halte ich das nicht
mehr durch!“, rief er.
Maki sah zur Bergspitze
empor, auf der die Festung des Rates stand, und ermutigte ihn:
„Es ist nicht mehr weit,
Bahamut. Du kannst es schaffen. Halt bitte durch!“
Bahamut nahm seine letzte
Kraft zusammen. Er kletterte den Rest des Berges, über die eisbehangenen
Felswände, empor. Nur ganz langsam zog er sich gegen den Sturm voran. Bahamut
schob seinen Kopf auf die Plattform der Festung, so, dass Paya und Maki
abspringen konnten. Der große Drache ächzte und sprach:
„Ich weiß nicht, ob ich es
auch wieder nach unten schaffen werde, aber ich werde hier auf euch warten.“
Kajade schoss die Kugel
von seiner Armlehne. Tuledin fing sie auf und Kajade fluchte:
„Was ist das für ein
erbärmlicher Zauber. Könnt Ihr nichts besseres bieten?!“
Tuledin kicherte und
stellte die Kugel zurück.
„Oh doch, göttliche
Hoheit. Ich schicke ihnen Zerberus. Er ist stark genug, um den Jungen gefangen
zu nehmen“, behauptete er.
Kajade verstand die
folgenden Worte, die der Magier murmelte, nicht. Seine Worte brachten die Kugel
zum leuchten. Kajade sah genauer in die Kugel hinein und sah das Wesen, welches
Tuledin herbei gerufen hatte.
„Ein Hundewelpe?!“
Der Kaiser sank in seinem
Sessel zurück und stöhnte:
„Ihr seid ein Stümper.“
Tuledin kicherte nur.
Paya hörte das winseln des
kleinen Hundes, den Tuledin gerufen hatte. Sie und Maki gingen auf die Tore der
Festung zu. Es war alles mit Eis bedeckt und glänzte blau, wie der Himmel. Vor
den Toren, bückte sich Paya und hob den kleinen Hund aus dem Schnee. Sie
drückte ihn an ihre Brust und fühlte, wie der kleine zitterte und fror.
„Maki, sieh nur. Wir
sollten ihm helfen!“, bat sie.
Maki nahm den Hund
entgegen und steckte ihn in seine Goldweste.
„Ich bringe ihn zu
Bahamut. Da kann er sich in seinen Federn aufwärmen.“
Bahamut sah den Jungen,
mit dem Welpen, auf sich zu kommen und schnaubte und brummte.
„Es ist sicher eine
Falle“, meinte er.
„Was meinst du?!“
„Der Hund. Wie um alles in
der Welt kommt ein Welpe auf diesen Berg. Selbst ich habe um mein Leben kämpfen
müssen, um den Gipfel zu erreichen.“
Maki zuckte mit den
Schultern.
„Ich kann ihn doch nicht
hier lassen. Er ist schon fast erfroren. Ich werde ihn zwischen deine Federn
setzen.“
Bahamut konnte den Jungen
nicht aufhalten. Er war zu erschöpft. Maki steckte Masamune in den Schnee und
begann, auf den Hals des Drachen zu klettern. Als Maki oben war und den Hund
absetzte, sah dieser ihn mit großen Augen an. Maki spürte plötzlich, dass mit
dem Hund etwas nicht stimmte. Er strahlte so viel Bosheit aus. Der kleine Hund
bellte, wedelte mit dem Schwanz und sprang ihn an. Maki wurde von ihm, vom Hals
des Drachen gestoßen. Wo hatte der Hund nur so urplötzlich diese Kraft her?
Maki landete im Schnee und der Hund auf seiner Brust. Maki sah auf. Der Hund
winselte, zuckte und machte seinen Rücken krumm, als hätte er Schmerzen. Unter
scheinbaren Qualen, verwandelte sich der Hund in eine riesige Bestie, die ihre
Pranken auf seine Brust drückte. Ein großer, grauer Wolf war er nun, mit
mörderischen Zähnen und brennenden Augen.
Maki sah sich nach
Masamune um, doch die Bestie Zerberus hatte sie längst mit seinem kräftigen
Schwanz umwickelt und aufgehoben. Mit seinem Schwanz schwang Zerberus sie hin und her.
„Hier ist dein Weg zuende.
Nun wird der Kaiser über dein Schicksal richten“, grollte Zerberus mit heiserer
Stimme.
„Ich bin unsterblich!“,
entgegnete ihm Maki in seiner Hilflosigkeit. Er würde so lange leben, so lange
Feuer in der Unterwelt ist.
Abermals wurde Maki dem
Kaiser vorgeführt. Zerberus trug den zappelnden Jungen, zwischen seinen
Kiefern, in den Saal. Er ließ Maki vor den Füssen des Kaisers fallen und trat
mit einer Pranke auf ihn. Masamune überreichte er dem Kaiser.
Tuledin grinste und nickte
Zerberus eifrig zu.
Kajade sah zufrieden aus.
„Das habt Ihr sehr gut
gemacht, Zerberus. Ich erlaube Euch, ihn zu fressen. Bedient euch“, sprach der
Kaiser.
„Hoheit.“
Zerberus neigte sein Hupt,
demütig.
„Ich habe versucht ihn zu
zerfleischen. Er läst sich nicht zerbeißen. Ich habe versucht, ihn zu
verbrennen. Er brennt nicht. Selbst mit der Masamune habe ich versucht, ihn zu
durchschneiden. Sie schneidet ihn nicht.“
„Ich bin unsterblich!“,
rief Maki abermals und zappelte unter Zerberus Pranke.
Kajade knurrte wütend und
sein Kopf lief rot an, vor Wut. Er griff sich Tuledin, welcher neben seinem
Thron stand und fauchte:
„Sperrt ihn ein und
versucht alles, was in Eurer Macht steht, um ihn zu vernichten!“
Er ließ den Magier wieder
los. Tuledin befahl Zerberus, ihm ins Verlies zu folgen. Dort wurde Maki erst
einmal in eine Zelle gesperrt.
Maki sah, dass auch die
Göttin Leasame im Kerker saß. Sie war in der Zelle, ihm gegenüber.
„Ooh Maki“, sagte sie mit
ihrer gütigen Stimme.
Sie trat ans Gitter und
Maki senkte hoffnungslos den Kopf.
„Mach dir keine Sorgen. Es
wird alles gut werden“, sagte sie sanft.
„Nein, ich habe versagt.
Der Kaiser hat mir Masamune abgenommen.“
„Du hast schon aufgegeben,
oder?“
„Nein, ich will euch doch
allen helfen. Ich weiß nur nicht wie. Alle verlassen sich auf mich, aber ich
bin ganz allen.“
„Das stimmt nicht, Maki.
Du bist nicht allein. Du hast Freunde dort draußen und ich weiß, dass du dich
auf sie verlassen kannst.“
Bahamut war noch immer
schwach. Seine Schuppen waren schon eingefroren. Heiser und leise, rief er:
„He Mädchen... Paya... Steh
auf. Das Monster ist weg... Schon lange.“
Paya erhob sich aus einem
Schneehaufen, in den sie vor Angst gesprungen war. Sie klopfte den Schnee vom
Körper.
„Ich werde tot krank
werden. Ich habe ja kaum etwas an.“
„Paya!“, rief der Drache
erneut. „du musst Maki helfen. Er ist sicher noch am leben.“
Paya zuckte zusammen.
„Ich? Aber... ich habe
viel zu viel Angst“, meinte sie.
„Das ist gut!“
Bahamut versuchte zu
lächeln.
„Dann wirst du dich auch
nicht erwischen lassen.“
Maki bemühte sich derweil,
seinem Gefängnis durch einen Zauber zu entfliehen. Doch aus irgendeinem Grund
versagten seine Zauberkünste. Er hätte die Möglichkeit gehabt, die Stäbe
schrumpfen oder wachsen zu lassen, oder sie in Stein zu verwandeln, denn so
hätte er sie heraus brechen können.
„Sicher hat der Zauberer
Tuledin, einen Bann auf dich gelegt, und deine Zauberkraft versiegelt“, sprach
Leasame, „er hat es auch mit mir getan. Sonst könnte ich einfach als Vogel
hinaus fliegen.“
„Das ist einfach
widerlich. Hier unten gibt es Ratten!“, schimpfte Paya.
Sie kam die Steintreppe
zum Verlies hinunter und wuschelte ihre Haare durch.
„Ich habe bestimmt überall
Spinnen sitzen. Igitt!“
Maki sprang ans Gitter,
als er Payas Nörgelei hörte. Er rief nach ihr und Paya tauchte im Verlies auf.
Sie rannte an Makis Gitter und sie umarmten sich durch die Gitterstäbe.
„Ich bin froh, dass es dir
gut geht“, schniefte sie.
„Paya!“, rief Leasame, „irgendwo
oben an der Treppe müssten die Schlüssel für die Zellen hängen.“
Paya zog ein Schlüsselbund
aus ihrem Gürtel und sagte frech:
„Ich bin doch nicht blöd.“
Sie schloss beiden ihre
Zellen auf.
Wieder frei, packte Maki,
Payas Hand und zog sie mit sich die Treppe empor.
„Hey!“, protestierte sie
auf halbem Weg, “willst du mir nicht danken?”
Maki hielt inne. Wie
sollte er ihr angemessen danken? Vielleicht so, wie er es in so einer
Fernsehkiste gesehen hatte? Maki gab ihr einen Kuss auf die Wange. Paya wäre
beinahe umgefallen vor erstaunen. Also wusste dieser kleine ‚Wilde’ ja doch,
wie man ein Mädchen behandelt. Sie bemerkte, dass sie plötzlich rot wurde und
hielt die Hände vors Gesicht.
„Hat es etwa weh getan?“,
wunderte sich Maki.
Leasame verließ die
Festung. Als sie draußen war, konnte sie ihre Zauberkraft wieder einsetzen. Der
Bann wirkte wohl nur über die Festung. Sie verwandelte sich in einen
Schneelöwen und lief den Berg hinab. Sie versprach Bahamut, ihm ein stärkendes
und heilendes Elixier mitzubringen.
Zerberus, und der Rest des
Rates, hatten sich zurück gezogen. Hinter einer Säule versteckt, beobachteten
Paya und Maki, wie Kajade mit Tuledin diskutierte. Sie sprachen über Wege, Maki
zu töten. Tuledin lief auf und ab und jammerte darüber, dass es keinen Weg gab,
jemanden zu töten, dem nicht einmal Masamune etwas anhaben konnte.
„Hoheit, so sehr ich auch
überlege, mir fällt kein Weg ein. Müssen wir ihn denn wirklich töten? Genügt es
nicht, ihn auf ewig gefangen zu halten?“, fragte Tuledin den Kaiser.
Kajade, der ohnehin wieder
übel gelaunt war, brummte grimmig:
„Eine Schande für mich, dass
ich, Kaiser über Götter, keine Macht über ein Menschenkind habe. Verflucht sei
er!“
„Jetzt sehe ich ihn auch
endlich mal, den Kaiser. Er sieht nicht seht freundlich aus“, flüsterte Paya.
Maki sah seine Federn und
Masamune neben dem Thronsessel des Kaisers liegen.
„Ich hole mir jetzt meine
Waffe und meine Federn wieder.“
Paya hielt Makis Arm fest,
als er gehen wollte. Sie sahen sich an und er fragte:
„Was ist?“
„Nichts“, meinte sie, doch
sie sah besorgt aus, „sei bitte vorsichtig, Maki.“
„Solange ich Masamune
habe, kann uns dieser Mensch nichts anhaben“, beruhigte Kajade sich.
Er warf einen sich
vergewissernden Blick neben seinen Thron. Masamune lag nicht mehr dort, statt
dessen stand Maki neben ihm und hielt ihm die Spitze des Schwertes an die Nase.
„Tuledin!“, rief der Kaiser erschrocken.
Tuledin, der den Jungen
nun auch bemerkt hatte, hob sogleich fünf Finger. Fünf magische Blitze schlugen
Maki die Masamune aus den Händen. Kajade fing sie und erhob sich. Der Kaiser
hob den erschrockenen Maki am Kragen seiner Goldweste hoch.
„Ohne deine Masamune bist
du nichts weiter als ein ängstlicher, kleiner Mensch!“
Er setzte Maki auf den
Thron und sprach weiter::
„Er wird sich selbst König
nennen. So heißt es doch in der Prophezeiung? Lächerlich!“
„Da ist noch jemand,
Hoheit“, krähte der Zauberer.
Er zog Paya hinter der
Säule hervor. Sie schrie und tobte. Tuledin setzte sie neben Maki, auf den
Thron.
„Die kleine ist aber
sicher nicht unsterblich, oder? Bis vor kurzen warst du es auch nicht. Erzähl
doch mal. Wie hast du das Angestellt?“, wollte Kajade wissen.
„Das sage ich nicht!“
„Weshalb nicht? Ist es ein
Geheimnis? Lieg da vielleicht der Schlüssel, wie du wieder sterblich wirst?“
Maki sagte nichts.
„Hast du etwas mit deinem
Lebenslicht angestellt? Hast du dafür gesorgt, dass es immer genügend Energie
bekommt?“
Kajade drückte Paya die
Masamune an den Hals.
„Rede!!“, brüllte er Maki
an.
„Maki“, flehte Paya
ängstlich.
Da fiel ihr ein, dass sie
die Antwort selbst kannte und piepste: „Herr Kaiser, ich kann ihnen sagen was
wir gemacht haben.“
„Paya, nicht...“, bat Maki.
Doch Paya sprach weiter:
„Er hat sein Lebenslicht
genommen und es in einen Vulkanschlot geworfen.“
Kajade fing an zu lachen,
als er das hörte.
„Wirklich clever Junge,
dass muss ich dir lassen.“
Er wandte sich an Tuledin
und befahl:
„Sorgt dafür, dass der
Herr der Unterwelt sein Lebenslicht findet und es mir bringt. Ich will es
eigenhändig löschen.“
Tuledin verschwand vom
Erdboden und tauchte nach kurzer Zeit, am selben Fleck wieder auf. In seiner
Hand hielt er ein gleißendes Lebenslicht. Er reichte es dem Kaiser.
„Sehr gut. Jetzt ist es
endgültig aus mit dir, Kind!“, triumphierte er.
Kajades Große Hand umschloss
die kleine Kugel.
Maki, der vom Kaiser mit
dem Schwert im Schach gehalten wurde, fühlte wie sein Körper kälter wurde, als
Kajade nach und nach fester drückte. Maki fühlte sich wie ein alter Man, der im
sterben lag.
Die Erde begann zu beben
und plötzlich brach etwas durch die hohe Kuppel des Saales. Es war Bahamut, mit
neuen Kräften. Mit seinem mächtigen Kopf stieß er Kajade zu Boden. Maki konnte
sich kaum noch rühren, er war so schwach, wie das Licht des Lebenslichtes, das
nun über den Boden glitt. „Bahamut, das Licht“, ächzte Maki mit letzter Kraft.
Bahamut verstand und blies
eine mächtige Flamme auf die Kugel. Dies wirkte Wunder. Maki konnte sofort
wieder aufspringen. Er schnappte sich Masamune vom Boden und schlug mit ihr den
Kaiser in der Mitte durch. Kajades Hand griff noch in Richtung der Kugel, als
er sich in glitzernden Staub auflöste. Bahamut hielt den Sterblichen Zauberer
Tuledin auf, da er versuchte zu fliehen. Da dieser sich allerdings mit seinen
heftigsten Zaubern zur Wehr setzen wollte, erschlug der Drache ihn.
Nun wurde es still in der
dunklen Festung. Die alte Prophezeiung wurde erfüllt.
Leasame flog als Spatz in
den Saal und nahm ihre Frauengestalt an. Sie trat vor die drei Freunde und
sprach feierlich:
„Bahamut, mit dem Tod des
Kaisers, hast du dein Reich, die oberen Sphären des Himmels zurück erhalten und
deine Flugfähigkeit ebenfalls. Die Federn gehen zurück an ihren rechtmäßigen
Besitzer, dem geflügelten Ross. Maki, du hast das Recht auf den Thron des
Himmelspalastes. Es kann alles dir gehören. Möchtest du König des Himmels
werden?“
Maki sah Paya an und
überlegte nur kurz.
„Da überlege ich nicht
lang“, meinte er, „nein, das ist sicher langweilig. Ich will lieber mit meinen
Freunden Abenteuer erleben.“
Leasame lächelte und
erwiderte:
„Ich habe gewusst, dass du
dich so entscheiden würdest. Aber der Himmel braucht einen König.“
„Ich ganz sicher nicht.
Ich muss in drei Tagen wieder zur Schule“, unterbrach Paya mit einem
Kopfschütteln.
Sie wusste natürlich
nicht, dass ohnehin nur Götter im Himmelspalast regieren durften und Maki wäre
wenigstens zur Hälfte einer gewesen.
Leasame sah lächelnd von
einem zum anderen. Sie verneigte sich vor allen, wie vor Königen und mit den
Worten:
„Lebt wohl, tapfere
Helden. Ich mache mich sogleich auf die Suche nach einem geeigneten König“,
flog sie als Adler davon.
ENDE